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27. Juni 2012
Nideck
Eine Wanderung im Haseltal führt entlang monumentaler Steinskulpturen
Eine Wanderung im Haseltal bei Nideck führt entlang monumentaler Steinskulpturen.
Schon mal einen Riesen aus Stein gesehen? Die Vogesen sind voll davon, sie heißen Guirbaden, Ringelstein, Hohenstein und Nideck. Es handelt sich um Burgen. Das Elsass war im Mittelalter einer der Staufer Bauplätze, es gibt zwischen Rhein und Vogesen schätzungsweise einige hundert Burgen respektive Burgruinen aus dem Mittelalter gibt.
Andere Riesen aus Stein? Sandsteinriffe gibt es häufig zu sehen, in alter Zeit wurden die von Regen und Wind freigelegten Felsen von den Kelten als heilige Plätze verehrt, manchmal auch als Teufelstore gefürchtet. Neuerdings haben die Riesen Gesellschaft bekommen. Seit einigen Jahren sind die Vogesen Schauplatz für Steinmetztreffen. Und solche Veranstaltungen hinterlassen natürlich ihre Spuren. So ein Koloss aus Künstlerhand wiegt gut und gern seine 15 Tonnen und ist aus den gängigen Materialien Sandstein, Schiefer, Marmor und Granit.
Der Rundweg zu den Steinriesen beginnt im Vallée de la Hasel, dem Haseltal, in Oberhaslach am Le Sentier du Sandweg mit einem steinernen Elefanten. Dieser stammt von Ivan Bon, der mit einfachen Mitteln – fünf Kerben in einem abgerundeten Steinblock – das Riesentier geschaffen hat. Die nächsten Steinriesen könnten unterschiedlicher nicht sein, François Weils 549 erinnert an ein Kirmeskarussell aus dem Neandertal, und Tomasz Domanskis Le dialogue des géants (Der Dialog der Riesen) weckt Assoziationen an eine etwas plumpe Maschine. Dagegen kann man Bénédicte Webers und Sylvain Chartiers Gemeinschaftsarbeit Le royaume du laboureur (Das Königreich der Arbeiter) als eine Huldigung an den Wald ringsherum interpretieren. Aus einem riesigen Quader wurden ein Nadel- und ein Laubbaum herausgehauen, die in einem steinernen Sandwich zu stecken scheinen. Wie schaut das Königreich von der Rückseite aus? Kann man zwischen den Steinbäumen hindurchkriechen? Wie fühlt sich das Königreich an? Was im Museum verboten ist, hier ist es erlaubt und möglich.
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Die Idee zur Steinkunst geht auf den Bildhauer Sylvain Chartier zurück, der im nordelsässischen Lauterbourg an einem Künstlersymposium mit deutschen und französischen Bildhauern teilnahm. Chartier schwebte Ähnliches vor, mindestens genauso groß, aber international und auf Dauer. "Nicht nur etwas machen, was bleibt, sondern etwas, was hier bleibt", sagt er und will auch dem Genius des Orts Rechnung zollen, dem Wald.
Zufall oder nicht, Chartiers Dorf Oberhaslach hat einen Bezug zu Riesen. Die nahe Burg Nideck (auch ein schönes Wanderziel) ist Schauplatz einer Riesensage, die später von den Brüdern Grimm und Adelbert von Chamisso aufgeschrieben wurde. Darin geht es um ein Riesenkind, das mit Menschen spielt. Im Fall der Steine ist es aber gerade andersherum, hier sind es die Menschen, die mit den Riesen spielen. Bildhauer Chartier kann das Spielen nicht lassen, und so gibt es nun rund um Oberhaslach mehrere Skulpturenwege. So kann es passieren, dass man bei Wanderungen durchs Hasel- und Breuschtal plötzlich auf Steinriesen stößt. Es müssen ja nicht immer Burgen und Sandsteinriffe sein.
SKULPTURENWANDERWEG LES GÉANTS DU NIDECK
Anfahrt
A5 Abfahrt Offenburg, via Pierre-Pflimlin-Brücke nach Frankreich, Richtung St.-Dié par Col N 420, Abfahrt Oberhaslach (D 218), nach Ortsende Parkplatz Sandweg. Skulpturenweg ausgeschildert mit grünem Zeichen. Wanderung circa 2,5 Stunden.
Karten
Wanderkarte zu den Skulpturenwegen sind via Association Les Géants du Nideck (Sylvain Chartier) erhältlich. Adresse: 24 rue de Molsheim, Oberhaslach,
Tel. 0033/388509960, Internet http://www.relaisdesmarches.com
Autor: cam
Autor: Pascal Cames





