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08. Januar 2009
Gegenwind am Flughafen
Aufgrund der Wirtschaftskrise ist die Menge der Luftfracht am Euro-Airport rückläufig.
BASEL. Als Seismograph hat sich der Euro-Airport erwiesen. Denn die globale Wirtschaftskrise hat der Basler Flughafen schon früh durch einen Rückgang bei der Luftfracht gespürt. Insgesamt schrumpfte deren Volumen 2008 um sechs Prozent. Vor allem gegen Ende des Jahres wurden aber auch weniger Passagiere gezählt. Dennoch wurden durch den Ausbau der Hangarzone mit Betrieben für die Wartung und den Umbau von Flugzeugen rund 500 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Dank der Fußballeuropameisterschaft, die dem Euro-Airport 25000 Fluggäste und 890 Flüge zusätzlich brachte, blieb das Passagieraufkommen mit 4,26 Millionen Menschen auf Niveau des Vorjahres, als 4,27 Millionen Fluggäste in Basel starteten und landeten. Für 2009 wird mit einem Rückgang auf 4,1 Millionen gerechnet.In selber Höhe wie die Passagierzahlen – um minus ein Prozent – gingen 2008 auch die Flugbewegungen zurück. Insgesamt wurden 81 117 Starts und Landungen gezählt. Flughafen-Direktor Jürg Rämi erklärt diese für die Umwelt positive Entwicklung damit, dass die heutigen Maschinen über größere Kapazitäten und eine bessere Auslastung verfügen.
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Für den sechsprozentigen Rückgang bei der Fracht auf rund 100000 Tonnen war besonders die Vollfracht verantwortlich, die um 32 Prozent einbrach. Ersatzverkehr sowie Expressfracht verzeichneten ein einprozentiges Minus. Dennoch soll am Frachtkonzept festgehalten werden.
Mit Rücksicht auf die lärmbelastete Umwelt führt der Euro-Airport ein neues Tarifsystem ein. Starts und Landungen zu sensiblen Zeiten wie den späten Abendstunden werden teurer. Außerdem müssen laute Flugzeuge mehr bezahlen. Von dieser Lenkungsmaßnahme erhofft sich Direktor Rämi eine mittel- bis langfristige Wirkung, die dem Flughafen aber keine zusätzlichen Einnahmen bringe.
Ende des Jahres arbeiteten am Euro-Airport 6400 Menschen. Weitere Stellen könnten folgen, denn die Verträge für den Bau eines Flughafenhotels mit rund 200 Zimmern auf einem Schweizer Areal von 6000 Quadratmetern Größe sind so gut wie unterzeichnet. Dennoch stehen dem Flughafen unsichere Zeiten bevor. Der Vizepräsident des Verwaltungsrats, Eduard Belser, kritisierte gestern in Basel die Politiker in Bern und Paris: Die Berner, weil sie sich zu wenig für den Flughafen einsetzten; die Pariser, weil sie den aus Schweizer und französischen Kassen finanzierten Euro-Airport "nach Gutdünken" behandelten und deshalb zum Beispiel zu viel Steuern verlangten. Dass noch kein Signal von Günther Oettinger gekommen ist, der im Frühjahr versprochen hatte, eine finanzielle Beteiligung Baden-Württembergs an einem Flughafenbahnhof zu prüfen, entschuldigte Belser: Erst einmal müsse das Elsass mit guten Beispiel vorangehen.
An anderer Stelle hat sich dagegen die Binationalität als positiv erwiesen. Denn laut Jürg Rämi wurde der Euro-Airport "schengentauglich gebaut". Dennoch musste auch hier wegen des Beitritts der Schweiz zum Schengenraum, der an den Flughäfen ab Ende März umgesetzt wird, in den Umbau der Infrastruktur eine halbe bis eine Million Euro investiert werden.
Autor: Andrea Drescher



