Lesestoff aus Dahlien

Sylvia Sredniawa

Von Sylvia Sredniawa

Mo, 13. August 2018

Waldkirch

Der Blumenkorso im elsässischen Schlettstadt war wieder einen Ausflug wert / Hochbetrieb auch in der Gastronomie.

SÉLESTAT (sre). Der Blumenkorso in Waldkirchs Partnerstadt Schlettstadt/Sélestat (Elsass) zog in diesem Jahr besonders viele Menschen an. Gründe dafür mögen nicht nur die schönen, mit Dahlienblüten dekorierten Motivwagen zum Thema "Ein offenes Buch" und das schöne Wetter gewesen sein, sondern auch der Umstand, dass dieses Mal der Eintritt frei war.

Schon am Stadtrand waren die Parkplätze von vielen auswärtigen Fahrzeugen belegt und strömten die Familien in die abgesperrte Innenstadt. Dort zogen zuerst der Tagesumzug um 18 Uhr und später der Nachtumzug um 22 Uhr, dann mit illuminierten Wagen, die Besucher in den Bann. Tolles gab es wieder zu sehen und es wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um tausende Dahlienblüten heranzuschaffen. Vor allem Vereine hatten sie zu Motiven wie Krake, Störche, Kochtopf samt Fisch und Hühnerkeule, Hexenhaus und Weltkugel verarbeitet. Sogar ein Außerirdischer war zu entdecken. Die Blüten werden dabei am Freitagabend bis in die späte Nacht einzeln in die vorbereiteten Motivkonturen auf Holz und anderen Materialien geklebt worden. Das Ganze geschieht im großen Feuerwehrzentrum der Stadt eine schweißtreibende Angelegenheit. Die Besucher applaudierten für die gelungenen Motive, die an Bücher erinnerten – vom Kochbuch, über Roman, Mal- und Musikbuch bis hin zu Science fiction. Abgeschlossen wurde der Zug durch einen Blumenwagen, der die berühmte Schlettstädter Humanistenbibiliothek (gegründet 1452 und Weltkulturerbe) darstellte.

Dazwischen sorgten fetzige Kapellen, knapp bekleidete Salsatänzerinnen, Stelzenläufer, Fahnenschwinger, Luftpferde, Trachtengruppen und andere für viel Abwechslung. Im voranfahrenden Autokorso konnten die Besucher nicht nur eine schicke Corvette entdecken, sondern auch Traktoren samt mehreren Buchholzern. Zwischen den Umzügen ergoss sich die bunte Schar ins Stadtzentrum, wo Gastronomen und Stände gut auf den Ansturm vorbereitet waren.