Deutsch-französische Gedenkstätte

Warum ein Unternehmer aus Heitersheim einen Schutzstand aus dem Ersten Weltkrieg restauriert hat

Bärbel Nückles

Von Bärbel Nückles

Sa, 15. Juli 2017

Elsass

Geschenk aus Baden: Ein historischer Unterstand für die Gedenkstätte am Hartmannsweilerkopf.

HARTMANNSWEILERKOPF. Das alte Schlachtfeld am Hartmannsweilerkopf in den Vogesen ist noch immer übersät mit Stacheldraht und Geschossen. Irgendwo zwischen den Erhebungen von Silberloch und Molkenrain hat man auch einen französischen Beobachtungsstand aus dem Ersten Weltkrieg geborgen. Massiv ist der Unterstand, 600 Kilogramm schwer. Dabei wurde es von der französischen Armee speziell für den Krieg im Gebirge entwickelt. Und deshalb ist es nach einem ausgeklügelt Prinzip zerlegbar und dadurch transportabel.

"Die Franzosen mussten ihr Gerät über die Vogesen bringen", erklärt Johannes Heiss, Maschinenbauunternehmer aus Heitersheim. Heiss, geboren 1946, hat den Beobachtungsstand im eigenen Betrieb wieder herstellen lassen und dem neuen deutsch-französischen Teil der Gedenkstätte geschenkt. Das "Historial" wird am 3. August eingeweiht.

Die Schenkung des deutschen Unternehmers ist den französischen Behörden aber so wichtig, dass sie wenige Wochen vor Eröffnung des Historial eine eigene Zeremonie veranstalten, die von Soldaten der deutsch-französischen Brigade begleitet wird. An jener Stelle, an der sich die Staatspräsidenten Frankreichs und Deutschlands vor drei Jahren zum Gedenken an den Krieg vor 100 Jahren trafen, legen Dorothea Störr-Ritter, die Landrätin des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald, und der Präfekt des Oberelsass, Laurent Touvet, am Altar der Nation ein Gebinde nieder.

"Es ist eine Ehre, hier zu stehen, wo unsere Urgroßväter gegeneinander gekämpft haben", sagt Touvet. "Der Sieg des Friedens ist möglich." Alle Redner benutzen im Wechsel die deutsche und die französische Sprache. "Seien sie stolz darauf", erklingt da aus Touvets Mund. Er meint die deutsch-französische Freundschaft am Oberrhein, die ein Versprechen auf die Zukunft sei.

Johannes Heiss enthüllt den Beobachtungsstand persönlich, flankiert von seinen beiden Enkeln, in der künftigen Dauerausstellung. "Der Beobachtungsstand war für die Defensive gedacht", sagt Heiss. Der Observator drinnen sei vor Regen geschützt gewesen; er habe die Arme aufstützen können. Nein, betont Heiss, eine Angriffswaffe habe er nicht schenken wollen.