Freilichtprojekt des Theatervereins stößt auf große Resonanz

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 27. Juli 2017

Ühlingen-Birkendorf

Zahlreiche Interessierte kamen zum Infoabend nach Riedern / Bereits 13 000 Zugriffe auf Homepage des Vereins / Teilnehmer aus allen Ortsteilen.

ÜHLINGEN-RIEDERN (BZ). Packender Informationsabend über Theaterprojekt "Zwischen den Welten": Zahlreiche Interessierte trafen sich in Riedern, um Näheres über das Freilichtprojekt des Theatervereins Zeitschleuse e.V. zu erfahren. Sehr lebhaft trug die erste Vorsitzende Corinna Vogt, Tochter der Autorin Erika Buhr, einzelne Passagen aus dem Theaterstück vor; an den besonders bewegenden Stellen hätte man die sprichwörtliche Nadel fallen gehört.

Thema des Stückes ist die Auswanderergeschichte "Die Amerikafahrt" von Heinrich Ernst Kromer und parallel das Leben der Daheimgebliebenen. Wenige Tage vor dem Treffen hat Erika Buhr das Schreiben des letzten Bildes abgeschlossen. Dreh- und Angelpunkt des Stückes ist die Liebesgeschichte von Dorus Kromer, dem Vater von Heinrich Ernst Kromer, der vier Mal in Amerika war, und seiner Marei, die in Riedern blieb und nie einen Fuß nach Amerika setzte.

Besonders schön ist, dass sich für das Projekt Teilnehmer aus allen Ortsteilen der Gemeinde gemeldet haben, die dabei sein und mitwirken möchten. Interessant sind auch die Zugriffszahlen auf die Homepage des Vereins: bereits knapp 13 000 Besucher waren seit dem Frühjahr online gewesen, um sich zu informieren (http://www.zeitschleuse.com
Ein wichtiger Teil der Geschichte spielt auf dem Schiff während der Überfahrt. Die Menschen litten dort unter unbeschreiblichen hygienischen Zuständen, hatten Hunger und mussten in manchen Momenten um ihr Leben bangen. Herbert Duttlinger, Geschäftsführer, und Rolf Boll, Architekt, beide Holzbau Bruno Kaiser in Bernau, bauen für diesen Zweck ein Schiff, welches dann im Klostergarten stehen wird. Die Entwürfe hierfür sind bereits gezeichnet und wurden am Infoabend vorgestellt. Manfred Vonderach und Franz Mutter vom Männergesangverein Berau waren mit ihren Sängerkollegen auch dabei und untermalten den Vortrag musikalisch. Musik und Gesang sind Corinna Vogt besonders wichtig: "Damit werden Gefühle und Stimmungen am besten ausgedrückt".

Im Stück soll das echte Leben von damals dargestellt werden. "Wir werden nicht Theater spielen, wir werden unsere Rollen auf der Bühne leben. Dieses Mal mussten wir keine Namen erfinden, alle Menschen haben wirklich gelebt und alle Generationen sollen hier mitwirken. Besonders am Herzen liegen mir die Kinder, sie werden im Stück voll integriert sein. Dafür üben unsere Freudekids schon seit einigen Monaten gemeinsam. Letztlich ist schon alles in Vorbereitung auf das kommende Projekt," betonte Vereinschefin Corinna Vogt.

Die Proben beginnen nach Fastnacht 2018, anfangs wöchentlich, ab dem Herbst dann zusätzlich mit gelegentlichen Proben am Wochenende, wenn die Bilder zusammengefügt werden.

Hannah Alex, Riedern, war auch dabei. Sie sagt: "Da ich mich sowieso für Geschichte interessiere und für die meines eigenen Dorfes natürlich besonders, war das für mich ein interessanter Abend. Das Stück wurde faszinierend vorgetragen, ich konnte richtig mitfühlen, was die Menschen damals bewegt hat. Ich freue mich riesig darauf, mit unserem Esel Joe dabei sein zu dürfen!"

Paul Brogle, Untermettingen, meint: "Für mich war der Abend ein echtes Highlight! Ich war wahnsinnig überrascht von Corinna Vogt und wie sie das alles rübergebracht hat. So hatte ich mir das gar nicht vorgestellt. Es war faszinierend, wie mich diese Geschichte gefesselt hat! Besonders schön finde ich, dass sich die Leute vom Theaterverein Zeitschleuse so viel Zeit nehmen für das Zeitgeschehen und die Geschichte unserer Heimat. Das ist nicht selbstverständlich!"

Erhard Brotz, Birkendorf: "Wirklich beachtlich, mit welchem Engagement der Theaterverein dieses Projekt angeht. Ich habe selbst auch schon Theater gespielt und kann mir daher vorstellen, was es braucht, um so etwas zu organisieren und durchzuführen. Das Kloster in Riedern bietet für so eine Sache natürlich eine Traumkulisse, besser ginge das ja gar nicht!"

Adrian Preiser, Hürrlingen, Vorstand der Landjugend Riedern: "Corinna hat das unglaublich gut rübergebracht. Ich habe regelrecht ein Feeling für's Theater bekommen und habe richtig gespürt, worauf es beim Theaterspielen ankommt. Das war ein schöner Abend und ich freue mich, dass so ein Projekt bei uns stattfindet."

Gabriele Schmidt, MdB, Riedern: "Am schönsten finde ich, dass die Geschichte so lebendig ist und dass unsere Ortsgeschichte erhalten bleibt. Die unglaublich mitreißende Art von Corinna Vogt weckt natürlich hohe Erwartungen. So ein Projekt ist in der heutigen Zeit eine spannende Sache."