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28. Januar 2012
GANZ UNTER UNS: Zahlen fallen Zensur zum Opfer
Die Nutzung von Windkraft hat seit dem Regierungswechsel in Baden-Württemberg einen neuen Stellenwert erhalten. Die Zeit der Verhinderung durch die Ausweisung von Vorranggebieten gehört seither der Vergangenheit an. Die grundsätzlich erfreuliche Tatsache, dass nicht mehr übergeordnete Verwaltungsgebilde über Standorte für Windkraftanlagen entscheiden, sondern Kommunalpolitiker vor Ort, bereitet aber nicht überall uneingeschränkte Freude. Viele Bürgerinnen und Bürger haben auch Sorge. Sorgen, die nicht einfach abgebügelt werden dürfen, sondern ernst genommen werden müssen. Informationen über Standorte werden immer wichtiger. Auch die Bürgerinitiative "Ühlingen 21" bemüht sich darum, die Bevölkerung zu informieren. Es ist sicherlich nicht tragisch, wenn dabei auch Gefahrenpunkte überzeichnet vorgetragen werden. Auch dieses trägt dazu bei, dass über das Thema diskutiert wird. Grundsätzlich ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn einer Initiative eine Plattform in öffentlicher Ortschaftsratssitzung geboten wird. Dieses sollte aber nicht dazu dienen, dass Mitgliedern der "BI Ühlingen 21" die Möglichkeit gegeben wird, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die vom möglichen Investor "dge-wind" in einer Veranstaltung im Gasthaus "Posthorn" vorgestellt wurden, im Rahmen einer öffentlichen Sitzung in Frage zu stellen. Es ist das gute Recht der BI, diese in Frage zu stellen. Aber nicht im Rathaus, sondern bitte in privaten Räumen. Auch hier würde sich beispielsweise eine Gastwirtschaft vor Ort gut eignen. Als positiv gewertet werden muss aber die Tatsache, dass der Ortschaftsrat mit dem Vortrag von Diplomingenieur Knut Heiber eine weitere Meinung zur Wirtschaftlichkeit der geplanten Windanlagen in Ühlingen zuließ. Ganz unter uns: Die vollständige Präsentation des Ingenieurs wurde vom Ortsvorsteher nicht zugelassen. Der Ingenieur hatte nämlich auch Berechnungen von bereits genehmigten vertikalen Windturbinen in Ühlingen vorgenommen. Und genau dieses Zahlenmaterial fiel der Zensur zum Opfer. Der Grund: Die Wirtschaftlichkeit der Anlagen sei für die Kommunalpolitik nicht von Bedeutung.
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Autor: Wilfried Dieckmann
