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08. Mai 2010
Schüler auf medizinische Notfallsituation vorbereiten
Freiwilliger Reanimationsunterricht an der Schlüchttal-Schule / 15 spezielle Puppen wurden an die Schulleitung überreicht.
GRAFENHAUSEN (ljd). An der Schlüchttalschule in Ühlingen und Grafenhausen kann ab sofort im Rahmen einer AG, ab der siebten Klasse, freiwilliger Reanimationsunterricht besucht werden. Ziel ist es, Schüler auf medizinische Notfallsituationen vorzubereiten, indem sie Wiederbelebungsmaßnahmen trainieren und auch im Ernstfall durchführen können. An speziellen "Mini-Animationspuppen" wird fortan der Ernstfall geprobt. 15 dieser Puppen wurden der Schlüchttalschule am Donnerstag in Form von Spenden überreicht.
Dass das Thema Reanimation gar nicht früh genug angesprochen werden kann, belegen nicht nur unzählige Studien, sondern auch der Erfahrungsschatz von Bereichsnotarzt Dr. Ralf Berg. Denn eine Vielzahl aller Todesfälle in Deutschland sind auf Herz-Kreislauferkrankungen zurückzuführen. Dabei kommt vor allem der "Plötzliche Herztod" zum Tragen, an dem jährlich rund 100 000 Menschen sterben. Im Falle von Atem- und Kreislaufstillstand ist eine schnelle Reaktion gefragt. Jede Minute ohne Reanimations-Hilfe mindert die Überlebenschancen des Patienten. Dr. Ralf Berg kam daher auf die Idee, europäischen Vorreitern nachzueifern und die hiesige Schule mit Reanimationspuppen, der sogenannten "Mini Anne", auszustatten. Eine Idee, die bei Rektor Axel Schneiderberger auf offene Ohren stieß. "Wir freuen uns riesig, dass dieses Projekt an unserer Schule ermöglicht wird und hoffen, dass sich dies künftig in unserem Schulprofil widerspiegeln wird."
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Die Finanzierung der Puppen erfolgte zum einen über den Bereichsnotarzt Verein, zum anderen über den Grafenhausener "Bunker" Verein, der sich spontan bereit erklärte, einen Teil der Erlöse der "Heavy X-Mas Party" für dieses Projekt zu spenden. "Wir haben in den vergangenen Jahren oft auswärtige Projekte unterstützt und sind daher froh, dass wir nun unsere Region und unser Dorf mit dieser Aktion stärken können", so Peter Jäger, Kassierer des Bunker Vereins. Auch Vorstand Daniel Stritt sieht im geplanten Reanimationsunterricht eine gut angelegte Investition: "Reanimation ist ein Thema, das uns alle betrifft, ich denke, dass dieser Unterricht dazu beiträgt, auch Kindern die Augen zu öffnen, was im Notfall zu tun ist."
Seitens der Bürgermeister der Gemeinde übergreifenden Schlüchttalschule stößt das Projekt ebenfalls auf Begeisterung. Bürgermeister Thomas Fechtig (Ühlingen) zeigte sich vor allem darüber erfreut, dass Vereine ihre ohnehin meist knappen Gelder für soziale Zwecke weitergeben. "Es ist schön, dass im Rothauser Land dieser Unterricht stattfinden kann, zum einen für die Allgemeinheit, zum anderen, um gegebenenfalls auch Leben zu retten."
Auch Bürgermeister Erich Kiefer (Grafenhausen) zeigte sich angesichts der Spendenübergabe erfreut. "Ich finde es eine ganz tolle Sache, wenn bereits in der Schule Unterricht erteilt wird, damit die Kinder im Notfall wissen, wie sie sich zu verhalten haben." Das Konzept der "Mini Anne" ist einfach: Ein leicht verständliches Trainingsvideo verdeutlicht alle durchzuführenden Maßnahmen, an der Puppe selbst können dann die Reanimationsübungen beliebig oft durchgeführt werden, denn nur das wiederholte Üben führt zum richtigen Verhalten im Notfall. Ein jüngst durchgeführter Elternabend an der Schlüchttalschule traf auf große Resonanz seitens der Eltern, 15 Kinder haben sich bislang zu dem lebensrettenden Projekt angemeldet.
Autor: ljd
