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26. Januar 2012 17:08 Uhr
Bildungslandschaft
Schulamt: Drei Gemeinschaftsschulen
Die Bildungslandschaft im östlichen Landkreis befindet sich im Umbruch. Eine denkbare Lösung hat nun das staatliche Schulamt in Lörrach präsentiert: drei Gemeinschaftsschulen der Klassen fünf bis zehn, davon eine mit gymnasialer Oberstufe bis Klasse 13 unter einem Schulträger, der Zweckverband heißt.
REGION BONNDORF. Die Bildungslandschaft im östlichen Landkreis befindet sich im Umbruch. Hinter der angestrebten "Bildungslandschaft Oberes Wutachtal" stehen auch nach der Infoveranstaltung in der Stadthalle Bonndorf (wir haben berichtet) noch viele Fragezeichen. Eine denkbare Lösung hat nun das staatliche Schulamt in Lörrach präsentiert: drei Gemeinschaftsschulen der Klassen fünf bis zehn, davon eine mit gymnasialer Oberstufe bis Klasse 13 unter einem Schulträger, der Zweckverband heißt.
Wohin sich die Schulen im östlichen Landkreis entwickeln werden, ist zurzeit ungewiss. Die Schulen sind in Bewegung und suchen gemeinsam mit Schulträgern nach brauchbaren Lösungen. Die Schülerzahlen werden sich in den nächsten zehn Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung verändern. "Die Schülerzahlen reichen nicht mehr aus, um alle Schulen am Leben zu halten", so beschrieb Bonndorfs Bürgermeister Michael Scharf im Rahmen der Infoveranstaltung in der Stadthalle, an der nicht nur die Gemeinderäte aus Bonndorf, Wutach, Grafenhausen, Ühlingen-Birkendorf, Stühlingen und Eggingen, sondern auch weitere rund 100 Bürgerinnen und Bürger Interesse bezeugten, die Situation.Werbung
Nach einem Schreiben des staatlichen Schulamtes Lörrach ist der Hauptschulbereich der Hohenlupfenschule "kurzfristig massiv gefährdet". Auch ist die gesicherte Zweizügigkeit der Realschule Stühlingen mittel- bis langfristig in Frage gestellt. Eltern der Kinder, die bisher eine Hauptschule besucht haben, werden sich nach Ansicht des Schulamtes verstärkt in Richtung Realschule orientieren. Dies bedeutet auch, dass sich die Realschule pädagogisch verändern und eine neue Lernkultur entwickeln muss, um diesen Kindern gerecht zu werden. Obwohl es insgesamt um die Bildungslandschaft angesichts der Schülerzahlen nicht rosig bestellt ist, gibt es gute Lösungen: Eine davon ist sicherlich die neue Schulart Gemeinschaftsschule. Diese Form bedeutet aber nicht den Untergang des Abendlandes, sondern bietet insbesondere im östlichen Landkreis nach Meinung des Schulamtes enorme Chancen und befürwortet die vorgesehene Bildung des Zweckverbandes zur Übernahme der Trägerschaft aller Schulen in dem genannten Bereich. So besteht die Möglichkeit, Schulformen zu entwickeln, die alle Abschlussoptionen ermöglichen: Abitur oder Hochschulreife, Realschulabschluss und Hauptschulabschluss. "Alle drei Abschlüsse könnten in den in Baden-Württemberg favorisierten Gemeinschaftsschulen entwickelt werden", schreibt Schulamtsdirektor Helmut Rüdlin. Er erklärte sich auch bereit, gemeinsam mit einer Schulrätin konkrete Aussagen zur Schulentwicklung und pädagogische Eckpunkte der Gemeinschaftsschule mit den Gemeinderäten der Städte und Gemeinden im Oberen Wutach- und Schlüchttal sowie mit den Schulleitungen und Gremien der Schulen zu erörtern. Weiterhin signalisierte er die Teilnahme an der geplanten "Expertenkommission" für die inhaltliche Ausgestaltung des künftigen Zweckverbandes.
Angesichts der klaren Aussagen des leitenden Schulamtsdirektors können nicht nur Kommunalpolitiker und Schulleiter, sondern auch Eltern aufatmen: Die drei möglichen Gemeinschaftsschulen haben nun die Chance, sich ohne Zeitdruck entwickeln zu können.
Autor: Wilfried Dieckmann


