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28. Januar 2012
Vorgelegte Zahlen zu hoch angesetzt
Bürgerinitiative rechnet Zahlen von Investor nach / Knut Heiber zeigt ein anderes Bild.
ÜHLINGEN-BIRKENDORF. Das Für und Wider die Windenergie hat auch in Ühlingen-Birkendorf für Diskussionsstoff gesorgt. Nachdem die "dge Wind" starkes Interesse daran hat, drei Windkraftanlagen auf der Gemarkung Ühlingen zu errichten, gab es unterschiedliche Informationen für Ratsgremien und Bürger. Die Bürgerinitiative "Ühlingen 21" trug Informationen zu gesundheitlichen Aspekten und nun auch zu möglichen Volllaststunden der Anlagen zusammen, der mögliche Investor hatte bereits Gelegenheit, vor Publikum im Gasthaus "Posthorn" zu referieren. Auf der Tagesordnung des Ortschaftsrates stand nun ein Referat der Bürgerinitiative zur Berechnung der Volllaststunden, doch es gab unerwartet weitere Informationen und Berechnungen eines Ingenieurs, der sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat.
Bereits im Dezember beschäftigte sich der Ortschaftsrat nicht öffentlich mit den Berechnungen der Bürgerinitiative zu den unterschiedlichen Prognosen der Volllaststunden der Windkraftanlagen auf dem Ühlinger Bühl. Nun präsentierte Thomas Marx diese Berechnung öffentlich und widerlegte die von der "dge Wind" gemachten Angaben. Die dort angegebenen 2400 Volllaststunden seien weder in Freiamt noch auf dem Schauinsland machbar und schon gar nicht in Ühlingen. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, benötige man mindestens 1800 Volllaststunden, was einem Referenzwert von 60 Prozent entspräche. Dieser Wert würde nach dem Energieeinspeisegesetz auch gefordert, um eine Einspeisevergütung zu erhalten. Die Anlage auf dem Ühlinger Bühl hätte nach Angaben der BI und der Berechnung nach dem Windatlas Baden-Württemberg aber nur mit 1237 Volllaststunden zu rechnen. Die bisher vorgelegten Zahlen der "dge" seien schlichtweg zu hoch, die Anlagen mit einer Investitionssumme von 15 Millionen Euro nicht wirtschaftlich zu betreiben.
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Aus den Reihen der Zuhörer stellte sich Knut Heiber aus Lauchringen vor. Er habe sich mit dem Thema befasst und könne die Berechnungen der Bürgerinitiative widerlegen. Dazu habe er ein Referat vorbereitet und auch an den Ortsvorsteher geschickt. "Ich bin gebeten worden, hier teilzunehmen", so seine Antwort auf Nachfrage aus den Zuhörerreihen, welches Interesse er an den Vorgängen in Ühlingen habe. "Und ich habe ein Grundstück in Untermettingen, auf dem ich eine Windkraftanlage plane". Seite für Seite hatte er die Vorlagen der Bürgerinitiative auf dem Beamer und bestätigte oder widerlegte die Angaben. Weitaus mehr Faktoren als das Windaufkommen hätten Einfluss auf den Ertrag, unter anderem die Nabenhöhe, die Temperatur und die Luftdichte.
Die Nennleistung einer Windkraftanlage hänge auch vom Verhältnis des Rotordurchmessers zur Leistung ab, und da sei die geplante Enercon E 101 sehr gut. Schon bei deutlich geringerer Windleistung könne diese Anlage Volllast erzielen. "Meines Erachtens nach wird hier nicht richtig gerechnet". Auch wenn er teilweise nur Werte annehmen könne, gehe er von realistischen 1963 Volllaststunden aus, was die Anlagen wiederum wirtschaftlich macht. Weitere Abzüge durch den Wirkungsgrad der Anbindung zur Einspeisung in die öffentlichen Netze räumte er ebenfalls ein.
Autor: Birgit Rüde
