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23. Februar 2010 15:59 Uhr
Gefahr im Verzug
Ufermauer instabil: Fahrspur der B31 droht abzurutschen
Die Ufermauer an der Dreisamstraße ist instabil und muss ersetzt werden. "Es war Gefahr im Verzuge", sagt Frank Uekermann, der Leiter des Tiefbauamtes. Die linke Fahrspur der B31-Stadtdurchfahrt wurde sofort gesperrt.
In der vergangenen Wochen rief ein Geologe nach einer Untersuchung Alarmstufe Rot aus: Die Ufermauer an der Dreisam ist baufällig und hängt bereits über– was mit bloßem Auge sichtbar ist. Betroffen ist das Teilstück der Dreisamstraße zwischen Schwabentorbrücke und Mariensteg.
Die Stadt hat sofort reagiert: Die linke Fahrspur der Dreisamstraße wurde in dem Bereich gesperrt. Nun sollen durch eine neue Spritzbetonwand und durch acht Meter Lange sogenannte Bodennägel die Uferböschung und die Straße darüber gesichert werden, sagt Frank Uekermann vom Garten- und Tiefbauamt. Die neue Mauer soll dann mit den alten Natursteinen wieder verkleidet werden. Uekermann rechnet mit Kosten von rund 250000 Euro. Bis spätestens Anfang Mai sollen die Arbeiten fertig sein. Auch die Bäume auf der Böschung müssen gefällt werden, weil die Wurzeln der Mauer ebenfalls zugesetzt haben.
Entdeckt wurden die schweren Schäden an der Natursteinmauer mehr oder weniger zufällig. Denn am Dreisamufer liefen Untersuchungen wegen der geplanten Verlängerung des Fußgängerweges an der Dreisam – der Weg ist bekanntlich an dieser Stelle unterbrochen, der "Lückenschluss" wird vorbereitet. Vor Ort bemerkten die Experten dann die kapitalen Schäden an der Mauer. "Rein statisch dürfte die Mauer eigentlich gar nicht mehr stehen", erklärt Amtsleiter Uekermann. Das Problem ist: An der Stelle verläuft die Fahrspur der B31 Richtung Westen direkt oberhalb dieser Mauer. Dabei handelt es sich um die Freiburger Hauptverkehrsader und eine der meist befahrenen Straßen in der Stadt.
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"Da hätte ein Riesenunglück passieren können", meint kopfschüttelnd Anwohner Peter Gugelmeier. Für ihn ist klar, wer Schuld daran trägt, dass die Mauer nun eingeknickt ist: "Der überörtliche Schwerlastverkehr hat eklatant zugenommen, seit es die Autobahnmaut gibt", klagt er, "da fahren Brummer durch, dass es nur so kracht". Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis Straße und Mauer der Belastung nicht mehr standhalten könnten. Gugelmeier kämpft schon lange für eine Entlastung und gegen die Laster-Karawane. Er plädiert für eine Brummimaut für die B31-Stadtdurchfahrt. Schließlich sei ein Lkw-Wegezoll auch für Bundesstraßen in Ausnahmefällen möglich und werde andernorts auch angewandt.
Die Anwohner sind zudem verärgert, dass sie von der Stadt vorab nicht über die notwendigen Arbeiten informiert wurden: "Auch wenn es eine eilige Maßnahme war, hätten man uns vorwarnen können", sagt Peter Gugelmeier. Ärger gibt es auch, weil die Stadt nun die linke Fahrspur zur Dreisam hin gesperrt hat und den Radweg plus 18 bis 20 Längsparkbuchten zur zweiten Ersatz-Fahrspur gemacht hat. "Seit heute donnern 40-Tonner im Abstand von wenigen Metern an den Fenstern unserer Erdgeschoss-Wohnung vorbei", schrieb Anwohner Kurt Höllwarth in einem Beschwerdebrief an den Ersten Bürgermeister Otto Neideck. Höllwarth fordert, dass in dem Bereich sofort Tempo 30 eingeführt wird – um Lärm und Gefahren zu reduzieren. Der Anwohner kann auch nicht verstehen, warum Radweg und Parkstreifen für eine zweit e Fahrspur geopfert wurden: Die Abwägung sei zugunsten des überörtlichen Schwerlastverkehrs und gegen die Anwohner ausgefallen. Faktisch über Nacht habe die Stadt die Straße für Radfahrer gesperrt.
Autor: Joachim Röderer


