Samstags-Uni

Ulrich Heinen spricht über Rubens’ Rolle im Dreißigjährigen Krieg

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Do, 17. Mai 2018

Freiburg

Der Dreißigjährige Krieg ist derzeit Thema bei der Vortragsreihe des Studium Generale. Am Samstag spricht der Kunsthistoriker Ulrich Heinen von der Uni Wuppertal über die Rolle des Malers Ruben.

"Das Beispiel des flämischen Malers Peter Paul Rubens zeigt, wie eng die Malerei im 17. Jahrhundert mit Krieg und Frieden verbunden war. In Fragen von Krieg und Frieden wurde Rubens ein zentraler Akteur, der sogar den Zusammenhang zwischen den inneren Konflikten Europas und etwa dem Vorrücken des Osmanischen Reiches oder dem Handel mit Ostasien im Blick behielt. Als man ihn 1618 erstmals als Diplomat zu positionieren versuchte, war der Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges zwar schon nicht mehr zu verhindern. Bald schon blickten ihm aber sogar die Königinmutter von Frankreich, der König von Spanien und der König von England beim Malen über die Schulter, um mit ihm über Krieg und Frieden zu sprechen. So konnte er ihre Gedanken und Gefühle malend leiten, während er ihnen die politischen Gefahren und Hoffnungen anschaulich vor Augen stellte. So fädelte er um 1630 den Frieden zwischen den Großmächten Spanien und England ein, um ein Kriegsende in ganz Europa vorzubereiten. Er rief aber auch Militärhilfe aus Florenz herbei, als 1637 die Eroberung und Plünderung seiner Heimatstadt Antwerpen drohte. Damit er auf Augenhöhe verhandeln konnte, wurde Rubens geadelt und zum Ritter geschlagen. Man hat ihm sogar angetragen, residierender Botschafter des spanischen Königs in London zu werden."

"Rubens’ Krieg", Vortrag von Ulrich Heinen am Samstag, 19. Mai, 11.15 Uhr, Uni Freiburg, KG II, Hörsaal 2004, Eintritt frei.