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17. April 2009

Bahn plant mit bei Rückhaltebecken

Moosverband muss am Dietenbach-Becken umbauen.

UMKIRCH/GOTTENHEIM. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Entwässerungsverbandes Moos in ihrer jüngsten Sitzung dafür aus, die Planungen für die Sanierung des Hochwasserrückhaltebeckens Dietenbach fortzusetzen. Hierzu wurden Baugrunduntersuchungen sowie hydraulische Modellversuche in Auftrag gegeben.

Zu Beginn der Sitzung stellte ein Umkircher Bürger einige kritische Nachfragen. Er wollte wissen, wer eigentlich Eigentümer des Regenrückhaltebeckens auf Freiburger Gemarkung sei, warum der Damm noch nicht dem Moosverband gehöre und warum das Rückhaltebecken vor zwei Jahrzehnten so gebaut worden sei, obwohl es damals schon Planungen für den Ausbau der Rheintalbahn gegeben habe. Sie schneidet mitten durch die Anlage. Er habe seinerzeit sogar schriftlich darauf hingewiesen, erklärte der Bürger.

Der Vorsitzende des Moosverbandes, Umkirchs Bürgermeister Walter Laub, erläuterte, dass zwar mit der Stadt Freiburg, auf deren Gemarkung der 1986 errichtete Schutzdamm liege, vertraglich vereinbart worden sei, dass der Moosverband das Eigentum am dem Damm bekomme. Dies sei aber bis heute noch nicht vollzogen worden. Hauptgrund hierfür sei, dass die Stadt selber das Gelände noch nicht wie vorgesehen von dem bisherigen privaten Eigentümer erworben habe.

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Weiterhin erläuterte Laub, dass die Trasse für die Rheintalbahn, die das Becken schneiden werde, erst 1994 festgelegt worden sei, also deutlich nach dem Bau des Rückhaltebeckens. Die Deutsche Bahn habe inzwischen nach langem Zögern zugesagt, sich an den Kosten für die Sanierung des Rückhaltebeckens zu beteiligen, obwohl die Bahnlinie erst später gebaut werde. Ein Vertrag sei in Vorbereitung. Außerdem wolle sich die Bahn an den Kosten für hydraulische Modellversuche an der Uni Karlsruhe beteiligen.

Das technische Konzept für die Sanierung erläuterten Matthias Wallny und Roman Weichert vom Ingenieurbüro Fichtner. Eine Routine-Sicherheitsüberprüfung hatte ergeben, dass das Volumen des Dietenbach-Beckens nicht wie vorgesehen für ein 100-jähriges Hochwasserereignis ausreiche. Man habe nun gleich überlegt, wie eine Sanierung unter Berücksichtigung des Bahnbaus möglich sei. Zudem seien die Mehrkosten hierfür ermittelt worden. Die Bahn würde durch ihr 3. und 4. Gleis einen klassischen Damm anschneiden, daher sei schon jetzt der Bau einer – wenn auch teureren – Bohrpfahlwand sinnvoll. Hydraulische Modellversuche sollen noch ermitteln, wie der Damm optimiert werden könne.

Einstimmig nahmen die Verbandsräte die Jahresrechnung 2007 an und verabschiedeten den Haushaltsplan für 2009. Die Einnahmen und Ausgaben 2007 lagen laut Verbandsrechner Markus Speck mit 161 000 Euro deutlich unter dem Ansatz. Hauptgrund hierfür seien nicht ausgegebene Mittel für die Unterhaltung der Gottenheimer Flutmulde. Den Großteil der Einnahmen brachten die beiden Verbandsgemeinden auf, wobei Gottenheim den Löwenanteil an der Finanzierung des Rückhaltebeckens tragen musste, während die sonstigen Ausgaben hälftig aufgeteilt wurden. Zudem habe es noch einen Landeszuschuss gegeben.

Der Haushalt 2009 sieht Einnahmen und Ausgaben in Höhe von rund 218 000 Euro vor. Größte Posten dabei sind die Planungskosten für die Sanierung des Dietenbach-Beckens mit 90 000 Euro sowie jeweils knapp 45 000 Euro für Tilgung und Zinsen für die Darlehen zu dessen Bau. Damit werde der Schuldenstand des Verbandes auf 931 000 Euro zum Jahresende sinken, verkündete Speck unter Applaus. Anschließend regte der Verbandsvorsitzende Walter Laub, noch eine Satzungsänderung an. So solle sich der Moosverband künftig nur noch auf die Pflege der zwei für den Hochwasserschutz wesentlichen Bauwerke, nämlich der Flutmulde Gottenheim und dem Rückhaltebecken, beschränken. Alle anderen Aufgaben, wie die Pflege der Bäche, sollten künftig die beiden Gemeinden jeweils selber übernehmen.

Autor: Mario Schöneberg