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15. März 2010 17:18 Uhr
Umkirch
Breite Genugtuung über Laubs Wahl
Knapp 39 Prozent Wahlbeteiligung, das fanden die meisten Gäste der Wahlparty ganz okay, als sie am Sonntagabend mit dem wieder gewählten Umkircher Bürgermeister Walter Laub feierten. Er war einziger Kandidat der Wahl.
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Bester Laune: Der mit 88 Porzent der gültigen Stimmen wieder gewählte Umkircher Bürgemister Walter Laub. Foto: Barbara Schmidt
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Walter und Yasmin Laub bei der Wahlparty in der Umkircher Halle. Foto: Barbara Schmidt
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Ein Präsent der Amtskollegen aus den Nachbargemeinden überreicht Marchs Bürgemeister Josef Hügele. Foto: Barbara Schmidt
UMKIRCH. 21 Meter misst die Bürgermeistertanne, die von der Freiwilligen Feuerwehr Umkirch nach der Wiederwahl von Walter Laub vor dem Rathaus aufgestellt wurde. Während der neue und alte Rathauschef den Aufbau verfolgte, stieg in der Festhalle bereits die Wahlparty. Dort und auch am Tag danach wurde der Wahlausgang eifrig diskutiert.
Hundert Punkte. Genauso wollen wir das", kommentierte Carmen Niederkofler, die Vorsitzende des Gewerbevereins, die Wiederwahl Laubs. Er habe in seiner ersten Amtszeit viel für die Gewerbegebiete getan, nicht nur für neue Gewerbeflächen, sondern auch für den Bestand, "dass der Käse nicht löchrig wird". Die Unterstützung des Gewerbes sei in Umkirch Chefsache. Sie hoffe auf eine Fortsetzung der guten Zusammenarbeit.Ähnlich äußerte sich der Sprecher der Vereinsgemeinschaft, Karl Leible: Laub "hat uns immer unterstützt", sagte er. Die Vereine würden gefördert, vor allem ihre Jugendarbeit, und "wir finden immer ein offenes Ohr". Sie freuten sich mit Laub über das Wahlergebnis, sagte Leible. Ein großes Anliegen sei ihnen eine Sporthalle, "aber es kann keiner zaubern". Mit Blick auf die Wahlbeteiligung – sie lag bei knapp 39 Prozent – sagte Leible, er habe sogar noch mit weniger gerechnet. Wenn es keinen Gegenkandidaten gebe, sei das Interesse nie groß, meinte er.
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Anders Henning Wellbrock: "Ich bin sehr traurig über die niedrige Wahlbeteiligung", meinte der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Gemeinderat. Er habe auf über 50 Prozent gehofft, "weil das diese Gemeinde eigentlich verdient hat". Umkirch sei sehr gut aufgestellt, der Bürgermeister ein tüchtiger Mann. Von Laub erwarte er, "dass er genau das weiter macht, was er bisher gemacht hat". Wellbrock nannte den Führungsstil, das Gewerbe, soziale und kulturelle Belange. Umkirchs Bürger hätten ein großes Mitspracherecht, sagte er. Wellbrock freute sich, dass Laub trotz Flugblattaktionen im Vorfeld 88 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Das beweise, dass die ganz große Mehrheit derer, die gewählt haben, gute Demokraten sind, meinte er.
Wellbrock betonte erneut, dass er mit den Aktionen seiner Fraktionskollegen nichts zu tun habe. Im Gegenteil: Er sei betrübt, "dass im Namen der SPD so ein Unfug passiert".
Tom Hirzle, der nicht in die Halle gekommen war, verteidigte am Montag den auch von ihm verbreiteten Aufruf, auch Stimmen für andere wählbare Personen abzugeben. Das sollte auch die Bürger erreichen, die nicht Laub wählen wollten. Für Hirzle gab es so knapp 5 Prozent der gültigen Stimmen. Dass Laub dann doch gewonnen habe, sei aber keine Überraschung, meinte Hirzle. Man werde nun sehen, ob Laub integrierend wirken könne. Schließlich stünden wichtige Zukunftsaufgaben für die Gemeinde an, da müsse Sachlichkeit und nicht Lagerdenken vorherrschen.
"Absolut klasse", fand CDU-Fraktionssprecher Jörg Kandzia das Wahlergebnis. "Jetzt können wir befreit endlich richtige und gestaltende Politik in Umkirch machen", freute er sich und fügte hinzu: "Ich hoffe, dass diese Wahl ein Denkzettel ist für diejenigen, die Unfrieden stiften." Fast 90 Prozent seien ein gutes Ergebnis, meinte auch der Vorsitzende der UBU-Ratsfraktion, Ilias Moussourakos. Er hoffte, dass dieses Ergebnis Laub "beflügelt, auch in Zukunft mutige Entscheidungen zu treffen, wie er es bisher schon getan hat". Man könne es nie allen Recht machen, und wenn man es versuche, gehe es meist schief, führte Moussourakos aus. Die Wahlbeteiligung fand er, dafür dass Laub keinen Gegenkandidaten hatte, in Ordnung. Der einzige Gemeinderat der Freien Wähler, Wolfgang Risch, stand hinter der Theke und zapfte Bier. Er finde Laubs Wiederwahl "super", sagte er nur.
Der Akkordeonspielring und der Musikverein spielten, der Angel- und der Mühlenverein bewirteten. Irgendwann kehrte auch Laub in die Halle zurück.. "Wir freuen uns über deine Wiederwahl", sagte Marchs Bürgermeister Josef Hügele stellvertretend für alle Amtskollegen der Nachbarorte. Die Umkircher hätten ein klares Votum abgegeben, die Wahlbeteiligung sei gut für eine Alleinkandidatur. Hügele schenkte Laub eine Flasche Sekt, "die in der Größe dem Arbeitspensum eines Bürgermeisters entspricht".
Pfarrer Fritz Breisacher wünschte Laub und dessen Familie Gottes Segen für die zweite Amtszeit, auch im Namen seiner katholischen Kollegen. Er hätte sich eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht, das Ergebnis aber habe er erwartet und erhofft, sagte Breisacher. Zum Schluss dankte Laub noch seiner Familie und allen anderen Unterstützern. Diejenigen, deren Stimme er nicht bekommen habe, wolle er durch seine Arbeit überzeugen, sagte er. Mit der Wiederwahl sei für ihn der Wunsch in Erfüllung gegangen, die Geschicke der Gemeinde maßgeblich weiter begleiten zu können. Zusammen mit dem Gemeinderat wolle er die Weichen für eine gute Zukunft stellen, "aber heute freue ich mich einfach nur", sagte er.
Autor: Barbara Schmidt und Manfred Frietsch


