Umkirch

Einsatz für das Gemeinwohl belohnt

Manfred Frietsch

Von Manfred Frietsch

Mo, 20. August 2018 um 15:41 Uhr

Umkirch

Für ihren jahrzehntelangen Einsatz für das Gemeinwohl, insbesondere im sozialen Bereich, ist Roswitha Heitzler mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden.

Den Orden übergab ihr bei einer Feier im Umkircher Bürgersaal Landesfinanzministerin Edith Sitzmann. "Sie stehen hinter dem, was Sie tun, mit Kopf, Hand und Herz", bescheinigte die Ministerin der 66 Jahre alten Geehrten. "Es ist für unsere Gesellschaft wichtig, dass es Menschen gibt, die sehen, was nottut und was sie selbst dazu leisten können", sagte Bürgermeister Walter Laub bei der Begrüßung der rund 150 Gäste, die zur Ehrung gekommen waren. Im Deutschen Roten Kreuz, in der Seniorenarbeit und bei der Integration von Flüchtlingen sei Roswitha Heitzler mit Elan, Kompetenz und Zielstrebigkeit aktiv, sagte Laub. Das geschehe mit Nachdruck, "durchaus auch fordernd, aber nie ohne Humor", bescheinigte Laub der Geehrten, die auch seit rund 25 Jahren Gemeinderätin ist.

"Es ist erstaunlich, wie Sie das alles hingekriegt haben, da gehört viel Energie dazu", wandte sich Ministerin Sitzmann an die Geehrte. Dieses bürgerschaftliche Engagement sei "ein wichtiger Pfeiler unseres Gemeinwesens", und genau darauf beziehe sich die Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz. Diese sei beileibe "keine inflationäre Veranstaltung" betonte die Ministerin. Darum, so erklärte sie weiter in launigen Worten, gebe es ja auch Empfehlungen zur Tragweise des Ordens: Das eigentliche Verdienstkreuz sollte für besondere Anlässe reserviert sein; die zusätzliche kleine Anstecknadel könne man dagegen auch gut im Alltag tragen.

Dass der Verleihung eine sorgfältige Prüfung vorausgehe, machten Günther Bölter und Walter Reutlinger vom DRK-Ortsverein deutlich. Sie schilderten, wie sie vor zwei Jahren der Gemeindeverwaltung eine Ehrung vorschlugen und wie sie dann akribisch Unterlagen über die Arbeit Roswitha Heitzlers im DRK sammelten – immer auf der Hut, dass ihre Vorsitzende davon keinen Wind bekam. Alle Unterlagen wurden dann auf Landesebene geprüft. Schließlich entschied man dort, die Umkircherin zur Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz vorzuschlagen. Im April kam dann die Zusage aus dem Amt des Bundespräsidenten, der die Urkunde auch unterschrieben hat.

"Es ist gut, dass diese Arbeit so gewürdigt wird" erklärte Josef Hügele vom Aufsichtsrat des DRK-Kreisverbandes. Ohne den Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer könne das Rote Kreuz seine vielen Aufgaben nicht erfüllen. Das griff auch Roswitha Heitzler in ihrer Ansprache auf, nachdem ihr Edith Sitzmann den Orden übergeben hatte. "Nur gemeinsam konnten wir so viel erreichen", meinte die Geehrte im Blick auf das im DRK-Ortsverband Geleistete, der erst 2017 sein 50-jähriges Bestehen gefeiert hatte. 1976 war sie Leiterin des damals gegründeten Jugendrotkreuzes geworden, drei Jahre später der ebenfalls neu gegründeten Bereitschaft. 1990 gab es den ersten Blutspendetermin in Umkirch, im gleichen Jahr begann der Einsatz in der Betreuung von Asylbewerbern. Die Seniorenarbeit war ein weiterse Tätigkeitsgebiet, wozu die 2007 aufgebaute Nachbarschaftshilfe zählt. "Ich sehe mich als Motor, der ohne die tragende Karosserie unserer Mitglieder nichts erreichen würde", erklärte Roswitha Heitzler. Sie habe dabei aber auch vieles kennenlernen und sich weiter entwickeln können.

Außer dem Orden gab es noch Blumen und kleine Präsente von der Gemeinde, vom Kreis-DRK sowie vom DRK-Ortsverein, überreicht von Heitzlers Stellvertreterin Martina Hettich. Das Bläserquintett Brassociation begleitete die Feier musikalisch. Im Anschluss konnten viele Bürger und Gäste von außerhalb bei einem Stehempfang mit Buffet der Geehrten noch persönlich gratulieren.