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07. Februar 2012
"Etwas für die Musik in Japan tun"
BZ-INTERVIEW mit dem Pianisten Maki Kobayashi, der in Umkirch ein Benefizkonzert für die Tsunamiopfer in Japan gibt.
UMKIRCH. Am Abend des Sonntags, 12. Februar, wird um 19 Uhr im Umkircher Bürgersaal im Gutshofbau ein ganz besonderes Konzertereignis stattfinden. Der im Breisgau lebende und arbeitende japanische Musiker Maki Kobayashi gibt ein Benefizkonzert. Die dort gesammelten Spenden sollen in seinem Heimatland für den Aufbau nach der verheerenden Tsunamikatastrophe vom März vergangenen Jahres eingesetzt werden. Unser Redakteur Manfred Frietsch sprach darüber mit dem Musiker.
BZ: Wie kamen Sie auf die Idee, ein Benefizkonzert für Japan zu veranstalten?Kobayashi: Es ist ja schon bald ein Jahr her, dass diese Katastrophe geschehen ist. Ich habe nach einer Gelegenheit gesucht, um als Künstler etwas für Japan machen zu können, und da erschien mir ein Benefizkonzert als beste Möglichkeit. Der gemischte Chor von Umkirch, dessen Dirigent ich bin, hatte auch Überlegungen angestellt, in Umkirch etwas zu organisieren und kam auf mich zu. So ist das als gemeinsame Idee sehr spontan entstanden. In Umkirch gibt es ja den Bürgersaal mit einem guten Konzertflügel und da haben wir die Gemeinde angefragt. Sie unterstützt das Projekt und hat das Konzert sogar in ihre Veranstaltungsreihe zum 925-Jahre-Jubiläum der Gemeinde aufgenommen.
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Kobayashi: Die Mitglieder des Chors werden den Saal richten und die Gäste in der Pause und nach dem Konzert bewirten. Ich bin sehr froh über die Unterstützung der Chormitglieder.
BZ: Das Programm bestreiten Sie aber allein, was haben Sie sich vorgenommen?
Kobayashi: Das reine Konzertprogramm dauert etwa eineinhalb Stunden und wird ein Klavierkonzert sein. Im ersten Teil habe ich Stücke ausgesucht, bei denen die Themen Trauer und Tod in der Anlage der Stücke und in ihrem Entstehungshintergrund eine Rolle spielen. So ist das Stück von Schubert von ihm im Jahr vor seinem Tod komponiert worden, als er sehr unter dem Eindruck der Furcht vor dem Tode stand. Auch Mozarts Stück ist sehr getragen. Dann habe ich eine Komposition von Takemitsu ausgesucht, ein in Japan sehr bekannter Komponist des 20. Jahrhunderts. Auch sein Stück passt gut zur Todesstimmung.
BZ: Nach der Pause folgt dann ein Kontrastprogramm, sie spielen Chopin, Polonaisen und Mazurken. Soll das dafür stehen, dass auch nach einer Katastrophe das Leben weitergeht?
Kobayashi: In Japan ist Chopin sehr beliebt, so wie natürlich auch Mozart oder Beethoven. Bei seinen Stücken geht es mir um die Emotion, um die Lebendigkeit, die auch ausdrückt, dass Hoffnung zurückkehrt.
BZ: Nun wollen Sie bei dem Konzert auch Spenden sammeln. Für was werden diese eingesetzt?
Kobayashi: Ich hatte lange überlegt, wie ich als Künstler Spenden einsetzen könnte. Mein Wunsch ist es, etwas für die Musik in Japan tun, die dort eine sehr wichtige Rolle spielt. In der vom Tsunami verwüsteten Region sind auch viele Schulen und Kulturhäuser zerstört worden. Ich möchte, dass das Geld verwendet wird, um wieder Musikinstrumente anschaffen zu können und den Musikbereich wieder aufzubauen. Ich habe einen japanischen Fotografen kennengelernt, der auch in Europa bekannt ist und der in einer japanischen Nicht-Regierungsorganisation aktiv ist, die in der Tsunamiregion im Einsatz ist. Über diese Organisation soll das Geld für den Aufbau des Musikbetriebs eingesetzt werden.
BZ: Waren Sie selbst nach der Katastrophe einmal in ihrem Heimatland?
Kobayashi: Ja, ich war im Sommer dort, aber nicht direkt in der Tsunami-Region. Ich stamme aus einer Region weiter südlich. Aber ich habe viel dort erfahren. Natürlich ist die Atomkatastrophe im ganzen Land ein Thema, aber auch die Folgen des Tsunami, von denen hier in Deutschland nur noch wenig berichtet wird. In der betroffenen Küstenregion sind viele Orte noch nicht wieder aufgebaut, auch die Verwüstungen sind noch nicht alle beseitigt. Viele Menschen leben noch in Sammelunterkünften.
BZ: Rechnen Sie mit viel Interesse an dem Konzertabend?
Kobayashi: Ich bin seit der Katastrophe immer wieder hier in Deutschland von Deutschen angesprochen worden und weiß, dass sie die Ereignisse in Japan sehr beschäftigen. Von daher hoffe ich, dass auch viele Menschen kommen. Sicher werden auch einige der Japaner, die in der Freiburger Region leben, an diesem Abend nach Umkirch kommen.
Autor: bz
