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23. September 2009

Grundstücke mit Pfif(f) an einen Nutzer bringen

Umkirch beteiligt sich erneut an Projekt zu Flächenmanagement

UMKIRCH. Umkirch beteiligt sich am Forschungsprojekt "Praktiziertes Flächenmanagement in der Region Freiburg" (Pfif). Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig beschlossen. Das vom Landesumweltministerium finanzierte Projekt will dazu beitragen, dass weniger grüne Wiesen bebaut und stattdessen die Innenentwicklung der Orte vorangetrieben wird.

Unbebaute Grundstücke im Ortsgebiet sollen genutzt, freie Flächen außerhalb der bebauten Gebiete geschont werden. Pfif knüpft an das Projekt "Komreg" (Kommunales Flächenmanagement in der Region) an, das bis 2008 lief. An Komreg nahmen die Stadt Freiburg und zehn Umlandgemeinden teil, darunter Umkirch. Damals wurden brach liegende Flächen und Grundstücke erfasst. Es wurde ein Baulandkataster für die Innenentwicklung erstellt. Die Daten wurden in ein Geo-Informationssystem eingespeist. Für die Gemeinde war das kostenlos.

Zwei Flächen (das Baugebiet Kalkofen und die ehemalige Gärtnerei Bühner) hätten sie mittlerweile abgearbeitet, berichtete Bürgermeister Walter Laub in der Sitzung. Andere Flächen seien aber nach wie vor ungenutzt. Im Pfif-Projekt sollen nun gezielt die Eigentümer dieser Grundstücke angesprochen werden. Sind sie bereit zu verkaufen, werden ihre Grundstücke in eine neue, regionale Bestandsflächenbörse im Internet aufgenommen. Diese soll voraussichtlich im Januar 2010 online gehen. Für die Eigentümer habe das den Vorteil, dass sie nicht zum Makler gehen müssten, sondern ihren Grund und Boden gewissermaßen anonym anbieten könnten, meinte Bernhard Weckel vom Bauamt. Er ist der Pfif-Beauftragte der Gemeinde.

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Aufbauend auf diese Internetbörse soll ein regionaler Wohnflächenpool entstehen. Die Gemeinden könnten ihre Bauflächen gemeinsam vermarkten und erschließen. Das spare Kosten und erleichtere Umzugswilligen die Baulandsuche. Wie eine Vision klang, was Weckel dann skizzierte: Kommunen könnten so eng zusammen arbeiten, dass eine Gemeinde die Gewerbefläche und eine andere den Wohnraum für die Mitarbeiter der neu anzusiedelnden Firma bereit stelle.

Jedenfalls strebt das Projekt einen Dialog zwischen allen Beteiligten an, die Firmen und die Immobilienwirtschaft eingeschlossen. Die interkommunale Zusammenarbeit soll gestärkt werden. Ein weiteres, wichtiges Ziel sind gemeinsame Standards für eine flächensparende Siedlungsentwicklung. In der Region Freiburg sind in den Jahren 1996 bis 2005 insgesamt 1517 Hektar freie Fläche zu Bauplätzen oder Straßen geworden. Gleichzeitig bestehe in den 74 Gemeinden der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen sowie der Stadt Freiburg laut den Komreg-Ergebnissen ein theoretisches Innenentwicklungspotenzial von 1800 Hektar, heißt es in einer Infobroschüre zu Pfif.

Das Projekt läuft bis 30. September 2010 und kostet die Gemeinde vorerst nichts. Später käme höchstens eine Kostenbeteiligung an der Projekthomepage auf sie zu, sagte Weckel. Pfif bringe auch Vorteile, falls Umkirch doch auf der grünen Wiese bauen lassen wolle. Denn dann könne man Dank der Projektdaten leichter nachweisen, dass es im Innenbereich keine geeignete Fläche gebe.

Autor: Barbara Schmidt