Leserbriefe

Carmen Deininger

Von Carmen Deininger (Umkirch)

Sa, 11. August 2018

Umkirch

BUSHALTESTELLE IN UMKIRCH

"Was hat die Gemeinde eigentlich davon?"
Zum Bericht "Haltestelle bleibt Ärgernis" zur provisorischen Lösung für die Bushaltestelle "Brugesstraße", BZ vom 4. August:

Es häufen sich die Merkwürdigkeiten. Zu Beginn der Grundstücksvermarktung hieß es, es finde sich kein Investor für das Kopfgrundstück, dann wird es an die Firma Schleith verkauft, die in Umkirch eine Niederlassung unterhält, um bald danach den Bebauungsplan zu ändern, der das Maß der baulichen Nutzung nahezu verdoppelt hat. Nun schafft es die Firma nicht, die Baustelle auf dem eigenen Grundstück abzuwickeln, baut die nagelneue, barrierefreie Bushaltestelle ab und richtet ersatzweise ein absolut billiges Provisorium her, dessen – auf Bitten der Gemeinde erfolgte – Nachrüstung nicht ansatzweise barrierefreien Standard und Ausstattung erreicht. Was hat die Gemeinde eigentlich davon?

Die produzierten Wohnungen werden im Internet zum Quadratmeter-Preis von 4000 Euro angeboten, bezahlbare Mietwohnungen entstehen hier also sicher nicht. Durch die Feststellung, dass das Grundstück altlastenverseucht ist, entstehen der Gemeinde immense Kosten. Man hätte das Grundstück also besser verschenken oder den Bolzplatz für die Kinder des Viertels belassen sollen.

Was mir bei der ganzen Angelegenheit merkwürdig erscheint ist, dass der Bürgermeister sich so sehr zurückhält. Wo bleibt sein Einsatz für die Interessen der Einwohner im Ortsteil Ost? Warum schickt er seinen Verwaltungsbeamten vor, um zu erklären, dass das "böse" Landratsamt leider keine anderen Lösungen zulässt? Was tut er aktiv dafür, dass ein gesicherter Fußgängerüberweg zum Erreichen der Bushaltestelle eingerichtet wird? Wer wird hier eigentlich mehr geschützt – die Anwohner oder die Interessen der Firma Schleith?

Carmen Deininger, Umkirch