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10. März 2017

Umkirch will Landesgeld für Integration

Finanzministerin Sitzmann informiert sich über Flüchtlingsarbeit und das Seniorenhaus.

  1. Zu dritt an der Baustelle: Michael Szymczak (Sozialstation), Finanzministerin Edith Sitzmann und Bürgermeister Walter Laub (von links) vor dem Eingang zum künftigen Seniorenhaus. Foto: Julius Steckmeister

UMKIRCH. Das neue Seniorenhaus im ehemaligen Umkircher Vereinshaus am Mühlbach war Hauptziel eines Besuchs der baden-württembergische Finanzministerin und Abgeordnete für den Wahlkreis Freiburg II, Edith Sitzmann (Grüne) in Umkirch. Zuvor traf sie bereits im Rathaus mit Bürgermeister Walter Laub und Vertretern aller Ratsfraktionen und der Gemeindeverwaltung zusammen.

Schwerpunktthema waren zunächst Flüchtlinge sowie die Entlastung der Kommunen bei deren Betreuung und dem dazu 2016 von der grün-schwarzen Landesregierung verabschiedeten "Pakt für Integration". Binnen 2017 und 2018 sollen insgesamt 320 Millionen Euro von der Landes- in die Kommunalkassen fließen. 180 Millionen Euro dienen der Unterstützung der Gemeinden. Bei der Anschlussunterbringung werden als "Kopfpauschale" 1125 Euro je Flüchtling und Jahr ausgezahlt. Mit den restlichen 140 Millionen sollen Integrationsprogramme vor Ort finanziert werden. Sitzmann unterstrich die Wichtigkeit, da mit dem Geld nun auch eigene Stellen geschaffen werden könnten, hinzu komme die personenbezogene Einzelleistung, die "individuelle Hilfsplanungen ermögliche".

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Insbesondere den Wert einer Extra-stelle im Rathaus bestätigte Walter Laub: Mit am Tisch saß Mareike Schmidt, deren Stundendeputat auf 100 Prozent erhöht wurde, um neben ihrer Aufgabe in der Seniorenarbeit nun auch "Dreh- und Angelpunkt" als Anlaufstelle für Flüchtlinge sein zu können. Gerade für kleine Kommunen sei die Kopfpauschale wichtig, um individuell handeln zu können, sagte Hauptamtsleiter Marcus Wieland.

Ein großes Dankeschön von Sitzmann gab es für die ehrenamtliche Arbeit der Helferkreise, dazu einen Wink an die Bundesregierung in Sachen Anreize für sozialen Wohnungsbau. Hier forderte die Politikerin von den Kollegen in Berlin auch steuerliche Erleichterungen für Investoren. "Das Konkurrenzverhältnis bei der Wohnungssuche macht nachdenklich und das Klima nicht besonders gut", gab Walter Laub zum Thema zu bedenken.

Fast bezugsfertig indes sind die Wohnungen im künftigen Umkircher Seniorenhaus. Michael Szymczak, Vorstandsvorsitzender der Kirchlichen Sozialstation Nördlicher Breisgau, stellte der Ministerin die Räumlichkeiten vor, die neben Geschäftsräumen der Sozialstation eine Tagespflegegruppe sowie eine selbstverwaltete Wohngruppe für Demenzkranke beherbergen soll. Unter dem Dach entstehen zudem zwei Wohnungen für Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen. "Ein Modell, das mir gut gefällt – klasse!", lobte Finanzministerin Edith Sitzmann.

Autor: Julius Steckmeister