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31. Januar 2011

Muss es die Karibik sein?

Tipps, wo für die Urlaubsreise am meisten Energie aufgewendet wird.

  1. Foto: Manuela Müller

  2. Der ideale Mix für die nächsten Jahre: Wandern im Schwarzwald, Kultur und Radfahren in Ungarn, Entspannung in Thailand Foto: manuela müller

  3. Foto: Manuela Müller

Endlich Urlaub! Zeit für einen Tapetenwechsel. Jährlich zieht es per Flugzeug etwa 140 Millionen Deutsche in die Ferne. Das Bewusstsein für den Energieverbrauch von Flugreisen ist da. Aber wir wollen nicht verzichten. Wir brauchen den Urlaub, um Energie für den Alltag zu tanken. Und doch schadet es nicht, zu wissen, dass Schneekanonen, Badeparadiese und Schinken am ägyptischen Büfett unsere Energiebilanz in die Höhe schnellen lassen.

Unter der Bezeichnung "Forum anders reisen" haben sich Reiseveranstalter zusammengeschlossen, die ihre Kunden möglichst umwelt- und sozialverträglich in die Ferne schicken. Ute Linsbauer, Pressesprecherin des Forums, weiß, dass wir uns im Schwarzwald gut erholen können. Doch manchmal wollen wir andere Kulturen kennenlernen. Sie empfiehlt daher einen turnusmäßigen Wechsel: im ersten Jahr Urlaub in Deutschland, im zweiten in Europa und im dritten, wenn es denn sein muss, eine Fernreise. Legen wir eine Strecke von weniger als 700 Kilometern zurück, sollten wir sowieso auf das Flugzeug verzichten. Und je weiter weg das Urlaubsziel liegt, desto länger sollten wir bleiben, sagt Linsbauer. Für den Wochenendtrip nach Hamburg verzichten wir also besser auf das Flugzeug und fahren Bahn. Das lässt sich mit einem grünen Gewissen leichter vereinbaren als der Schnäppchenflug, der pro Tonne Kohlendioxid laut einer Berechnung des Umweltbundesamts eine Person nur 2710 Kilometer weit transportieren kann. Im Vergleich dazu reicht die Tonne Kohlendioxid beim Reisebus für mehr als 31 000, bei der Bahn für knapp 20 000 und beim Auto für etwa 7000 Kilometer.

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Unabhängig von der Anreise wird am Zielort Energie verbraucht. Statt zu zweit im Mietwagen Benzin zu verschwenden, könnten wir uns auch ins echte Leben vor Ort stürzen: In öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es oft intensive Begegnungen mit Einheimischen. Da bewundern alte Frauen im thailändischen Bus die weiße Haut der Deutschen, oder Marokkaner machen für die schwangere Touristin im Zug einen Sitzplatz frei. Mit dem Fahrrad, einem Ruderboot oder zu Fuß schonen wir die Umwelt und kommen zumeist auch gut in Kontakt mit Einheimischen. Haben wir sowieso kein Interesse an Land und Leuten, sollten wir hinterfragen, ob es nötig ist, ausgerechnet am anderen Ende der Welt Golf zu spielen und auf dem Zimmer die Temperatur auf 22 Grad runterzukühlen, während draußen die Luft vor Hitze flirrt.

Mit Schnitzel und Pommes auf dem Teller, fühlt sich der Urlaub dann auch gleich wie zu Hause an ... Mit der Wahl des Essens, gibt es eine weitere Möglichkeit, Energie zu sparen. "Wir sollten genauso wie zu Hause möglichst regionale, biologische und saisonale Produkte essen", erklärt Linsbauer. So verringern wir die Transportkosten und stärken die Urlaubsregion.

1700 Liter Wasser verbrauchen wir im Urlaubsort durchschnittlich pro Tag. In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 130 Litern. Die Verschwendung im Urlaubsland beginnt damit, dass wir ausführlicher duschen als daheim; geht über Wellnessbehandlung, Pools und Sauna; und endet bei den zahlreichen Litern Wasser, die die Parkanlage des Hotels inklusive Golfplatz täglich schluckt. Wir wollen es uns schließlich gut gehen lassen. Hinzu kommt, dass in heißen Urlaubsländern das Wasser nicht nur mit hohem Energieaufwand gereinigt werden muss, sondern teilweise auch energieaufwendig – etwa durch Entsalzung – gewonnen wird. "Je größer und luxuriöser eine Hotelanlage ist, desto höher ist der Wasserverbrauch", sagt Linsbauer. Unter anderem aus diesem Grund arbeiten einige Reiseveranstalter mit inhabergeführten kleinen Hotelanbietern zusammen, die darauf achten, dass ihre Einnahmequelle – die Umwelt – erhalten wird.

Autor: Manuela Müller