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04. Mai 2010 18:51 Uhr

OB-Wahl 2010

Und Salomon gewinnt doch im Vauban

Es war das spektakulärste Ergebnis der OB-Wahl und festigte den Ruf des neuen Quartiers Vauban als exotischster Stadtteil: Günter Rausch, das ergab die Auszählung, hatte die grüne Hochburg geknackt. Doch nachdem die Briefwähler ihren Stadtbezirken zugeordnet waren, war die Sensation keine mehr. Laut amtlichem Endergebnis lag Amtsinhaber Dieter Salomon auch in Vauban vorne – wie in insgesamt 37 von 39 Bezirken.

  1. Dank der Briefwähler hat Salomon auch im Vauban die Nase – knapp – vorne. Foto: Dominic Rock

Die Serie hat gehalten: Bislang wurden alle Freiburger Oberbürgermeister, die sich erneut um den Posten beworben hatten, im ersten Wahlgang bestätigt. Nach den SPD-Oberbürgermeistern Eugen Keidel (1970) und Rolf Böhme (1990 und 1998) nun also Dieter Salomon (Grüne), der 369 Stimmen über der absoluten Mehrheit lag, die im ersten Wahlgang für einen Sieg nötig war. Noch knapper zu ging es für Rolf Böhme vor seiner letzten Amtszeit, als er auf 50,2 Prozent: Das waren nur 143 Stimmen mehr als nötig.

Statistiker graben Details aus

Die Statistiker im Rathaus haben in ihrer Analyse interessante Details entdeckt. So waren zum Beispiel die Grünen-Hochburgen bei der Wahl der Maßstab, man könnte auch sagen: der Durchschnitt. Denn in den zehn Stadtbezirken, in denen die Grünen bei der Bundestagswahl 2009 am besten abgeschnitten haben, erzielen Ulrich von Kirchbach (SPD), Günter Rausch (Initiative "Wechsel im Rathaus") und Dieter Salomon ziemlich genau ihr stadtweites Durchschnittsergebnis.

Während Kirchbach und Rausch in den Hochburgen von SPD und Linken überdurchschnittlich Zuspruch erhalten, bleibt Salomon deutlich hinter seinem Gesamtergebnis zurück – liegt aber immer noch klar vor seinen Herausforderern. In den bürgerlichen Hochburgen fährt Salomon seine besten Ergebnisse ein. Am krassesten ist die Differenz in Waltershofen, wo er 43,7 Prozentpunkte vor Ulrich von Kirchbach liegt.

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Während von Kirchbach stadtweit ähnliche Stimmenanteile erhält, zeigen die Ergebnisse von Salomon und Rausch in den Stadtbezirken Ausreißer nach unten und oben (siehe Grafik). Interessant: Dort, wo Rausch gut ankommt, verliert der Amtsinhaber – und umgekehrt.

Briefwähler geben den Ausschlag

So auch in Vauban. Am Wahlabend ging auf dem Rathausplatz ein Raunen durchs Publikum, als auf der Leinwand das Ergebnis aus der Grünen-Hochburg erschien: Rausch lag mit 40,9 Prozent vor OB Salomon mit 37,8 Prozent. Die Überraschung war groß, obwohl Vauban bei der OB-Wahl vor acht Jahren sogar noch stärker den ganz linken Kandidaten unterstützt hatte (Michael Moos erhielt 45, Salomon 42,2 Prozent). Doch diesmal rückten die Briefwähler die grüne Welt wieder zurecht: Nachdem diese den Stadtbezirken zugeordnet worden waren, hatte Salomon mit 39,4 Prozent die Nase vorn. Rausch kam auf 38,7 Prozent.

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Autor: Uwe Mauch