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19. November 2009 14:02 Uhr

Bildungsstreik

Uni-Besetzer stellen konkrete Forderungen

Bis spät in die Nacht haben die Freiburger Besetzter des Audimax’ debattiert. Jetzt stehen die ersten Forderungen an die Universitätsleitung. Derweil gehen Aktionen und Besetzung weiter.

  1. Für eine lange Debatte gut gerüstet. Foto: dpa

Hunderte Studenten in den seit Tagen besetzten Hochschulhörsälen wenden sich jetzt mit ersten Grundsatzpapieren an Rektoren und Landesregierung. An der Freiburger Universität wurden am Mittwochnachmittag von einem Arbeitskreis konkrete Forderungen an das Rektorat formuliert. Die Abstimmung erfolgte später im Plenum. "Die Sidkussion wurde um 22.30 Uhr eröffnet", berichtet Philip Baumann vom Arbeitskreis Presse. "Die Abstimmung ging dann bis 3 Uhr nachts."

Nach stundenlangen Diskussionen verabschiedeten die Freiburger Besetzer ihre Forderungen unter anderem nach einer freiheitlicheren Gestaltung der Studiengänge, einer hinreichenden Finanzierung der Hochschulen und Abschaffung von Gebühren.

Auch die Anerkennung von Studienleistungen aus dem Ausland und das Anrecht auf einen weiterführenden Master- Abschluss waren Thema. Laut Baumann nahmen mehr als 800 Besetzer an der großen Plenumssitzung teil, bis zum Schluss hielten ihm zufolge rund 300 Studierende durch.

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Da die Forderungen – wie es auf der Webseite der Besetzer heißt – noch der "Prozesshaftigkeit" unterliegen, erging noch keine Mitteilung an das Rektorat. "Wir geben weiter den Raum für Diskussion und werden sicher irgendwann ein ausgearbeitetes Grundsatzpapier erhalten", sagt Rudolf-Werner Dreier, Sprecher der Universität.

Derweil gehen die zahlreichen Aktionen, mit denen die Studenten auf die Bildungskrise aufmerksam machen wollen, weiter: Am Donnerstagmittag zogen mehrere Dutzend Studenten mit Transparenten durch die Freiburger Innenstadt unter anderem zu Bankfilialen im Münstergässle und am Hauptbahnhof. Ihre Kritik: Wir zahlen nicht für Eure Krise! Ihre Forderung: Bildung statt für Banken!

In Karlsruhe hieß es: "Nur die Zustimmung der Politiker und Rektoren reicht uns nicht. Es muss sich endlich was bewegen."

Die Blockaden an den Hochschulen laufen weiterhin unbefristet. Nach Angaben der Bildungsstreik-Organisatoren waren in der Nacht zum Donnerstag allein in Baden-Württemberg Hörsäle in Konstanz, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Stuttgart, Tübingen, Ulm und Weingarten (Kreis Ravensburg) besetzt. "Wir bleiben hier sicherlich bis Weihnachten", sagte ein Sprecher in Freiburg. Bundesweit seien bereits über 50 Universitäten besetzt.

Die Rektoren tolerieren die Besetzungen bislang unter Auflagen. Eine Sprecherin der Studenten in Tübingen kündigte an: "Und selbst wenn wir geräumt werden. Wir kommen auf alle Fälle wieder."

Autor: Alexandra Sillgitt, dpa