Unmut über Essensregelung

Susanne Ehmann

Von Susanne Ehmann

Fr, 27. Juli 2018

Neuenburg

Eltern nehmen im Rat Stellung.

NEUENBURG AM RHEIN (ehm). Viele Eltern sind unzufrieden mit dem ab dem 1. September geplanten neuen Verfahren der Essensgeldabrechnung in den städtischen Kindertagesstätten. Das zeigte sich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, der mehrere Eltern beiwohnten, um beim Punkt "Bürgerfragen" zu Beginn der Sitzung ihren Unmut kundzutun. Eine Mutter bemängelte, dass künftig nur noch eine wochenweise und keine tagesweise Abrechnung mehr möglich ist. Die Mutter eines zweijährigen Sohnes aus Steinenstadt merkte an, dass kleine Kinder häufig und meist überraschend krank würden. Durch eine wochenweise Abmeldung bis spätestens Donnerstag, würde sie Wochen bezahlen, bei denen ihr Sohn kaum Mahlzeiten in Anspruch nehmen könne, das Essen müsste zudem weggeworfen werden. Man hätte die Eltern vorher nach ihrer Meinung fragen können, kritisierte sie. In eine ähnliche Richtung ging auch die Kritik des Sprechers des Gesamtelternbeirats, der sich in der Sitzung zu Wort meldete. Es werde eine Vollverpflegung eingeführt, ohne den Bedarf zu kennen oder ein konkretes Konzept zur Umsetzung vorzulegen, da beispielsweise die Räume gar nicht vorhanden seien, sagte er, und fragte, "warum solche wichtigen Themen" im Verwaltungsausschuss entschieden würden, ohne den Elternbeirat über die Entscheidung zu informieren und einzubeziehen. Die Mehrheit der Eltern wolle gar keine Vollverpflegung. Man gehe leichtfertig mit dem Vertrauen und Engagement der Mitglieder des Elternbeirats um. Das sei keine konstruktive Zusammenarbeit. Der Elternbeirat sollte gehört werden, sonst sei er unnötig, schloss der Sprecher.

Man habe die Situation in den Kindergärten und Krippen nicht verschlechtern oder nicht kind- oder elterngerecht gestalten wollen, bedauerte Bürgermeister Joachim Schuster den Unmut der Eltern. Im Gegenteil. Das Ziel sei es gewesen, das pädagogische Personal zu entlasten, das bisher das Essensgeld in bar einzieht; auch wollte man erreichen, dass sich wirklich alle Kinder gesund ernähren. Aber, gab er zu, "da müssen wir nochmal nachhaken." Er nehme die Anregungen mit, sagte Schuster, und sei gerne bereit, das Ganze noch einmal zu besprechen, damit die Entscheidung von den Eltern mitgetragen werden kann.