UNTER UNS: Fassungslosigkeit

Helmut Seller

Von Helmut Seller

Sa, 18. August 2018

Offenburg

Am Ende bleibt nur Fassungslosigkeit. Als wäre die Bluttat in der Offenburger Oststadt nicht schrecklich genug, wird sie nun auch noch von der AfD mit hohlen Parolen und leeren Phrasen populistisch ausgeschlachtet. Und das nicht zuletzt auf der Basis einer Boulevard-Berichterstattung, die es mit Fakten nun nachweislich überhaupt nicht hat und schon in ihrer Schlagzeile pure Lügen verbreitete (was inzwischen von der Staatsanwaltschaft bestätigt ist, Seite 25). Hier wird ein fraglos feiger Mord von der AfD nun auch noch für fremdenfeindliche Hetze instrumentalisiert. Nach allem, was über den getöteten Arzt und Familienvater zu hören und zu lesen ist, wäre es das Letzte, was er gewollt hätte. "Wer ihn gekannt hat, der weiß genau, wie widerlich er es fände, dass sein Tod von denen ausgeschlachtet wird, die er zeitlebens verachtet hat", ist in einem Facebook-Kommentar zu lesen. Es ist gut, dass OB Schreiner, die von der AfD persönlich angegangen wird, vor Pauschalisierungen warnt und ihre Bürger zu Besonnenheit aufruft. Und es ist gut, dass es in Offenburg ein Bündnis gegen Rassismus gibt, das dem Häufchen Versprengter um den AfD-Landtagsabgeordneten Räpple bei aller Fassungslosigkeit über ein schreckliches Verbrechen eine klare Kante zeigt. Was nun nötig ist, sind Mitgefühl für die von der Tat betroffenen Menschen und ein Zusammenrücken der Offenburger gegen braunen Hass und verlogene Parolen.