UNTERM STRICH: Fettnäpfchen vor dem Traualtar

Michael Saurer

Von Michael Saurer

Mi, 01. August 2018

Kolumnen (Sonstige)

Warum Hochzeiten an Schnapszahltagen im August keine gute Idee sind / Von Michael Saurer.

Fast kein Tag im Leben eines Menschen ist so von Symbolik getragen wie der eigene Hochzeitstag. Das weiße Brautkleid, die Ringe, die Sache mit dem Brautstrauß – überall stecken subtile Botschaften.

Allerdings muss man auch höllisch aufpassen, dass die eigentlich gutgemeinte Symbolik nicht nach hinten losgeht. Beispiel Hochzeitswalzer. In diversen Foren im Internet tauschen sich Paare vor ihrem Fest über die wichtige Frage aus, mit welchem Lied das Paar im Dreivierteltakt übers Parkett rauschen sollte. Den ollen Strauss mit seinen "Frühlingsstimmen" oder der "Schönen blauen Donau" wollen ja dann doch nicht alle. Als moderne Alternative wird dann immer wieder der Song von Nick Cave und Kylie Minogue "Where the wild roses grow" empfohlen. Und tatsächlich: Der Takt passt. Genau hinhören sollte man allerdings beim Text: In dem Lied geht es um einen Psychopathen, der eine Frau an ein Bachufer lockt und sie dann mit einem Stein erschlägt. Vielleicht wäre die Walzerwahl somit doch kein so guter Start ins Eheleben.

In eine ähnliche Falle tappen viele Heiratswillige heute und in zweieinhalb Wochen. Bereits seit Monaten sind die Standesämter an den zwei "Schnapszahltagen" im August ausgebucht: dem 1.8.18 und dem 18.8.18. Klar – hat für die Männer den Vorteil, dass sie sich das vermaledeite Datum besser merken können. Doch nun kommt das große Aber, warum diese Daten vielleicht doch keine so gute Entscheidung sind. Denn die Zahl 18 ist auch in der Neonazi-Szene eine große Nummer, schließlich sind der erste und der achte Buchstabe des Alphabets – also A und H – die Initialen Adolf Hitlers. Die Hochzeit könnte so ungewollt eine politische Bedeutung bekommen.

Unverfänglicher wäre eine Hochzeit am 18.01.18 gewesen. Dann war nämlich der Tag des Schneemanns. Die "8" soll an den Körper erinnern, die "1" an den Besen, den er neben sich hält. Die 18 bleibt dann zwar – aber wird durch den lustigen Nebenaspekt aufgewogen. Nur: Wer heiratet schon im tiefsten Winter?