UNTERM STRICH: Mach’s noch einmal...

Franz Schmider

Von Franz Schmider

Di, 28. August 2018

Kolumnen (Sonstige)

Autofahrer lassen gerne mal die Einsicht in der Garage zurück / Von Franz Schmider.

Wäre da nicht die Sache mit dem Kindergarten, man könnte Mitleid haben mit dem autofahrenden Bäcker aus Österreich. Jede Nacht die gleiche Strecke zwischen der neuen Wohnung und der Backstube. Da kann man schon einmal übersehen, dass auf einem Abschnitt nur 30 gefahren werden darf. Stichwort Kindergarten. Und weil es die Gemeinde ernst meint mit der Sicherheit der Kleinen, steht dort ein Blitzgerät. Nacht für Nacht löste es aus, 42 Mal. Dann fand der Bäcker seinen ersten Bußgeldbescheid im Briefkasten. Er änderte sein Fahrverhalten, aber erst einmal kamen an den folgenden Tagen weitere hinzu. 3000 Euro sind fällig, Mengenrabatt gab es nicht. Immerhin, der Bäcker zeigt Einsicht und gelobt Besserung.

Das ist keineswegs selbstverständlich bei Menschen, die ertappt wurden bei einer Regelverletzung. 150 Knöllchen hat zum Beispiel ein Falschparker aus dem Raum Stuttgart in sechs Jahren angehäuft. Das Landratsamt forderte ihn schließlich auf, sich einer MPU – landläufig Idiotentest genannt – zu stellen, zog der Mann vor Gericht. Erst der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim setzte der Sturheit ein Ende. Sympathisanten in einschlägigen Internetforen raten: Weil Städte die Halterdaten nicht austauschen beim Falschparken häufiger das Revier wechseln. Einsicht klingt anders.

Und auch der 44 Jahre alte Autofahrer aus Bayern, der Mitte der Woche zuerst mit 2,82 und 24 Stunden später 2,78 Promille kontrolliert wurde, ist sowohl unbelehrbar wie krank – letzteres macht die die Sache nicht weniger gefährlich. Gerade bei Alkoholfahrten kennt die Polizei diese Haltung übrigens. In Krautheim fiel einem Beamten ein Mann am Steuer auf, dem er wenige Tage zuvor die Fahrerlaubnis entzogen hatte. Er war erneut auf Promillefahrt. Und in Heilbronn wurde ein Fahrer zuerst nachts um zwei Uhr mit 1,5 Promille festgestellt, der Führerschein wurde eingezogen. Um sieben Uhr früh brach der Mann zur Arbeit auf – mit dem Auto und 0,8 Promille Restalkohol.