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18. Juli 2012

UNTERM STRICH: Urlaubsprämie im Sommerloch

FDP-Abgeordnete kämpfen tapfer für Subventionen / Von Niklas Arnegger.

Wir haben keinen Sommer, aber das übliche Sommerloch. Paradox ist auch, dass in den Parlamenten die wichtigen Menschen vorne sitzen, in der Schule aber lümmeln sie sich in der letzten Bank. Diese subtile Überlegung führt pfeilgrad zum FDP-Europaabgeordneten Jorgo Chatzimarkakis und dessen Kollegen Erwin Lotter (FDP) aus dem Bundestag. Die beiden waren in diesem Jahr die schnellsten Sommerlochfüller, wenn man von den üblichen Krokodilen und Panthern absieht, bei denen es sich aber meistens um Biber und andere Eichhörnchen handelt.

Nun, die beiden Helden von der FDP schlugen vor, Menschen eine Prämie zu zahlen, die in Griechenland Urlaub machen. Als Konjunkturhilfe. Dort scheine ja auch die Sonne, und hier werde man vor lauter Regen depressiv. Und die Griechen seien sehr gastfreundlich.

Wie wahr, wie wahr. Wobei wir nicht näher darauf eingehen wollen, ob die deutschen Depressionen nicht vielleicht Voraussetzung für die hiesige Schaffenskraft und damit im Sinne der Konjunktur und der Eurorettung erwünscht sind, während die Menschen da unten mit ihrer Siesta und der ewigen Sonne . . . Doch führen derlei Gedanken nicht weiter, beziehungsweise sind sie, um im Jargon zu bleiben, nicht zielführend. Die Idee der beiden FDPler, einer Partei übrigens, die sonst, wenn’s nicht gerade um Hoteliers, Apotheker, Ärzte und Versicherungsmakler geht, Subventionen verabscheut, ist ausbaufähig. Gastfreundliche Menschen, die’s nötig haben, gibt es von Cadiz bis Wanne-Eickel, von Lampedusa bis Glasgow, so dass man sich eine schöne EU-Behörde vorstellen könnte, welche da irgendwie einen Finanz- und Prämienausgleich bewertet und auszahlt. Ähnlich dem bundesdeutschen Finanzausgleich – egal, was der Seehofer jetzt dazu meint.

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Zum Lobe Jorgo Chatzimarkakis’ wäre außerdem zu sagen, dass er auf diese Idee ziemlich sicher fast alleine gekommen ist, was man von seiner Doktorarbeit nicht so genau weiß. Die wird derzeit daraufhin überprüft, ob er sie abgeschrieben hat.

Autor: arn