Uriges Stammestreffen im Wiesental

Paul Berger

Von Paul Berger

Mi, 01. August 2018

Zell im Wiesental

Am Freitag startet das Germane-Fescht auf dem Eichebrändle in Zell-Mambach mit vielen Gast-Gruppen.

ZELL-MAMBACH. Derzeit sind die Vorbereitungen auf dem Festplatz Eichebrändle voll im Gange. Schließlich will alles für das "Germane-Fescht" am Wochenende bis aufs i-Tüpfelchen vorbereitet sein. Dafür sind Germanen-Fürscht Klaus Ruf und seine Stammesmitglieder bereits seit Wochen Abend für Abend im Einsatz, um auch dieses Mal wieder ein uriges Fescht zu zelebrieren, ganz nach dem Motto "Keule hoch!"

"Genau gezählt haben wir die Stunden, die unsere Helfer erbracht haben, nicht. Doch so um die 800 bis 900 Arbeitsstunden kommen locker zusammen", erklärt der Fürscht. "Das Schöne ist, alle hatten ihren Spaß dabei." Etliche Schweißperlen kostete vor allem das Platzieren eines mächtigen Baumstammes, den der zweite Fürscht Heinz Walz zusammen mit kräftigen Helfern neu vor dem Göttersitz "Asgard" angebracht haben. Die große Germanenfete auf dem Eichebrändle beginnt am Freitagabend mit Lagerfeueratmosphäre und dauert bis einschließlich Sonntag. Dafür wird in Mambach wieder ordentlich an der "Zeitschraube gedreht", bei der es um etliche Tausend Jahre zurück in die Vergangenheit geht, sodass sich Gäste und Besucher in der grauen Vorzeit wiederfinden. Und es bestimmen auch urzeitliche Sitten und Gebräuche das Fescht.

Dies trifft nicht nur auf das originelle und urig anmutende Germanendorf hoch über Mambach mit seinen Bauten, wie beispielsweise den Göttersitz Asgard oder die Festhalle "Walhalla" zu. Auch alte Gewohnheiten werden bei dieser Fete ungezwungen gepflegt. Angefangen von den Disziplinen, wie dem Steinweitwurf über das Speerwerfen bis hin zum Urschrei ist für jedermann wohl die richtige Sportart dabei.

Hinzu kommen urige Wettkämpfe wie etwa das Baumstumpfziehen für Frauen, das Knochenstemmen und nicht zuletzt das originelle Sackschlagen. Selbstverständlich sind auch die Speisen und Getränke und die damit einhergehenden Tischsitten dieser längst vergangenen Zeit angepasst. Trotz allem, auf manche zivilisatorischen Errungenschaften, wie etwa stimmungsvolle Musik oder auch elektrisches Licht, muss während des Festes niemand verzichten. Was den Besuchern nach ihrer Rückkehr in ihre gewohnt "zivilisierte Umgebung" bleibt, sind viele eindrucksvolle Erinnerungen an ein naturnahes, uriges Erlebnis.

Was ist neu in diesem Jahr? Während es viele befreundete Stämme und Gruppen aus ganz Germanien, wie die Stammesmitglieder aus Diedorf, die "Vandalen" aus Otterndorf, die "Durbacher Wildsäue" und auch die Ooser Germanen immer wieder ins Wiesental zieht, ist eine Theatergruppe aus Meißen zum ersten Mal mit dabei, erklärt Klaus Ruf. Zu den Neulingen zählen ebenfalls die "Barbaren aus Geschwend".

Das Fest und der große Festzug am Samstag, Startzeit 18 Uhr ab Dorfmitte, werden auch von den "Schotten" in ihren Kostümen sowie der mittelalterlichen Musikgruppe "Heidenspaß" und den "Zeller Wildsaumusikern", begleitet. Seinen ersten Auftritt beim Germane-Fescht absolviert am Freitagabend ebenfalls der Feuerkünstler Christian Ziegler aus Schopfheim. Verschiedene Wettkämpfe und Spiele insbesondere für ganz junge Besucher stehen am Sonntag auf dem Programm.