Staufener Missbrauchsfall

Urteil gegen Bundeswehrsoldaten: Staatsanwältin legt Revision ein

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Di, 22. Mai 2018 um 15:41 Uhr

Freiburg

In der vergangenen Woche wurde ein Bundeswehrsoldat vor dem Landgericht Freiburg wegen Kindesmissbrauchs zu acht Jahren Haft verurteilt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt.

Das Landgericht Freiburg hat am vergangenen Mittwoch einen 50-jährigen Bundeswehrsoldaten wegen Kindesmissbrauch, Vergewaltigung und Zwangsprostitution zu acht Jahren Haft und der Zahlung von 12.500 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Dass ihr das Urteil gegen den Soldaten Knut S. im Staufener Missbrauchsfall vor einer Woche zu milde ausgefallen war, hatte Staatsanwältin Nikola Novak schon unmittelbar nach dem Urteilsspruch angedeutet. Nun hat sie Revision gegen das Urteil eingelegt. Der 50-jährige Feldwebel der Deutsch-Französischen Brigade im Elsass war wegen zweifacher Vergewaltigung und wegen zweifachen schweren Missbrauchs eines neun Jahre alten Jungen in Staufen zu acht Jahren Haft verurteilt worden, dies aber ohne anschließende Sicherungsverwahrung.

Staatsanwaltschaft forderte Gefängnis und Sicherheitsverwahrung

Die Staatsanwältin hatte zwölf Jahre Gefängnis gefordert – und anschließende Sicherungsverwahrung des Täters, dem der Gutachter im Prozess eine unveränderbare pädosexuelle Präferenz bescheinigt hatte. Der Verteidiger des Angeklagten, der nur vier Jahre Haft als angemessen für seinen Mandanten gehalten hatte, war am Dienstag nicht zu erreichen. Die Ankündigung der Revision ist zunächst ein formaler, fristwahrender Akt, denn sie erfolgt zum jetzigen Zeitpunkt ohne Kenntnis der schriftlichen Urteilsbegründung. Erst wenn diese vorliegt, sind die Anwälte aufgefordert, ihren Antrag auf Revision zu begründen. Für Juni hat das Landgericht zwei weitere Verhandlungen zum Staufener Missbrauchsfall angekündigt.

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Korrektur: In diesem Text hieß es zunächst fälschlicherweise, dass der Angeklagte Soldat Revision eingelegt hatte.