Staufener Missbrauchsfall

Urteil im Missbrauchsprozess soll erst am 7. August verkündet werden

dpa, Carolin Buchheim

Von dpa & Carolin Buchheim

Do, 12. Juli 2018 um 16:47 Uhr

Südwest

Im Hauptprozess um den Missbrauch eines Jungen in Staufen will das Landgericht Freiburg am 7. August das Urteil verkünden. Der ursprüngliche Zeitplan könne nicht eingehalten werden, teilte das Gericht mit.

Für Anfang August sind nun zwei weitere Verhandlungstage terminiert – der 1. und der 7.. Zuletzt hatte das Gericht den 20. Juli als Tag der Urteilsverkündung festgesetzt. Anfangs hatte das Gericht noch gehofft, bis zum 16. Juli den Prozess beenden zu können. Die Beweisaufnahme habe jedoch mehr Zeit in Anspruch genommen als gedacht, sagte ein Gerichtssprecher.

Die Plädoyers werden Zeit brauchen

Acht Mal wurde im Hauptverfahren im Staufener Missbrauchsfall bisher verhandelt; am Montag stellte der psychiatrische Gutachter sein Gutachten der Angeklagten vor, eigentlich sollte die Beweisaufnahme am morgigen Freitagvormittag abgeschlossen werden und dann an zwei Tagen die Schlussvorträge von Anklage, Nebenklage und Verteidigern unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten werden.

Christian L. und Berrin T. sollen den heute zehnjährigen Sohn von Berrin T. und ein dreijähriges Mädchen missbraucht haben und den Jungen gegen Geld weiteren Männern zum Missbrauch überlassen haben. Der Prozess gegen die mutmaßlichen Haupttäter im Staufener Missbrauchsfallist die vierte gerichtliche Aufarbeitung des Falls.

Fünfter Prozess beginnt am 26. Juli

Drei Männer, die das Kind missbraucht haben, wurden bereits verurteilt: Markus K. aus dem Breisgau zu zehn Jahren Haft und Sicherungsverwahrung; der Bundeswehrsoldat Knut S. aus dem Elsass zu acht Jahren Haft und derSchweizer Jürgen W. zu neun Jahren Haft und Sicherungsverwahrung.

Gegen einen vierten Mann, Javier G.-D. aus Spanien, wurde Anklage erhoben, für den Prozess gegen ihn sind ab dem 26. Juli vier Verhandlungstage anberaumt. Ein 44-Jähriger aus Norddeutschland, der das Kind missbrauchen und töten wollte, wurde in Karlsruhe zu acht Jahren Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt.

Der Prozess wird am morgigen Freitag um 9 Uhr fortgesetzt.

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