Tag gegen den Lärm

URTEILSPLATZ: Dezibel-Inferno der Feuerstühle

Klaus Schweizer

Von Klaus Schweizer

Mi, 30. April 2014

Lahr

In der zweiten Aprilhälfte gibt es eine Reihe netter Gedenktage: den Tag des Buches zum Beispiel, den Tag des Bieres, den Tag des Baumes. Am Ende des Monats gilt das Gedenken dann eines Ärgernisses, das das Leben zur Qual machen kann: Lärm. Die Rasenmäher, Trimmer und Vertikutierer, die Kreis- und Stichsäger, die Schlagbohrer und Flexer, die im Frühjahr wieder auf den Plan treten, sind vergleichsweise harmlos. Schlimmer ist der Verkehrslärm entlang der Straßen, der Bahnstrecken, der Start- und Landekorridore von Fliegern. Die Menschen wehren sich dagegen, dass ihr Trommelfell immer wieder auf eine harte Bewährungsprobe gestellt wird. Denn der Lärm raubt ihnen nicht nur die Ruhe, sondern auch die Nerven und schließlich den Verstand. Dazu trägt auch so mancher Motorradfahrer bei, der seine Persönlichkeit auf einer von Lärmdesignern hoch gezüchteten Maschine entfaltet. Ganz klar: Hier geht es um das Bedürfnis des Gehörtwerdens. Und was ist mit der Politik des Gehörtwerdens? Die Klagen der Lärmgeplagten erreichen die Politiker wie durch einen Schalldämpfer. Sie zucken nur mit den Schultern, die Motorradlobby in ihren Reihen ist stark. Und so müssen wir die Dezibel-Infernos der Feuerstühle wohl auch künftig ertragen. Auch am Tag gegen den Lärm, heute am 30. April.