Eisvögel ziehen in die Playoffs ein

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Mo, 12. Februar 2018

USC Eisvögel

Beim 84:61 von Freiburgs Basketballerinnen gegen die Rhein Main Baskets sind Coaches mit den Leistungen teilweise unzufrieden.

BASKETBALL. Zweite Bundesliga Frauen: USC Freiburg – Rhein Main Baskets 84:61 (19:9, 21:23, 20:17, 24:12). Das erste Saisonziel ist erreicht: Die Zweitliga-Basketballerinnen des USC Freiburg qualifizierten sich am Samstag durch einen am Ende klaren Heimsieg gegen die Rhein Main Baskets für die Playoffs der Südgruppe. Das Spiel war indes auch eine Bewährungsprobe für die Stimmbänder der Trainer beider Teams, die am Fasnachtssamstag manchmal wie Clowns durch die Halle hüpften und lautstark wurden – weil ihre Teams viele Fehler machten.

Freiburgs Coach Pierre Hohn hatte schon in der ersten Halbzeit wortgewaltig auf seine Spielerinnen eingeredet, dass sich mancher der 400 Zuschauer wunderte. Als er im dritten Viertel seiner Unzufriedenheit erneut lautstark Luft machte, reagierten die Fans: Das Klatschen für ihr Team ebbte ab, verschwand schließlich ganz. Die Besucher wollten hören, was Hohn sagt. Oder ob er gar flucht. Als es mucksmäuschenstill war, stellte der Coach seine Äußerungen ein. "Wir haben uns drei Viertel schwergetan, einige Spielerinnen fanden nicht in die Partie. Am Ende bin ich aber zufrieden, schließlich konnten wir uns in den letzten zehn Spielminuten noch auf 23 Punkte absetzen", sagte Hohn hinterher – und ergänzte: "Ich habe nur versucht, meinen Spielerinnen zu helfen und sie aufzuwecken."

Auch sein Trainer-Gegenüber Peter Kortmann (56) verlebte am Samstag keinen gemütlichen Abend in der Freiburger Unisporthalle. Fast jede fehlerhafte Szene seiner Mannschaft, die nur mit sieben einsatzfähigen Spielerinnen angetreten war, kommentierte er wahlweise mit einem Kopfschütteln oder einem Kommentar wie diesem: "Was macht ihr denn da?" Das Trainerdasein kann so trübe sein – selbst an einem Fasnachtssamstag.

Die Laune von Pierre Hohn, der nach eigenem Bekunden mit Fasnacht nicht viel anfangen kann, war nach dem Spiel doch noch ganz heiter. Denn am 17. Spieltag hatte sein Team durch den Sieg die Playoffs erreicht. Als erste von vier Mannschaften stehen die Breisgauerinnen in der K.o.-Runde, die am 24./25. März mit den ersten von maximal drei Halbfinalspielen beginnt. Aufsteigen darf indes nur der Sieger der maximal drei Spiele umfassenden Finalserie. Ziel des USC ist es, bis zum Ende der Hauptrunde auf Platz eins zu stehen und so die beste Ausgangsposition für die Playoffs zu haben.

Die Eisvögel, die vergangenen Frühling nach 17 Jahren in der ersten Liga abgestiegen waren, zeigten gegen die Spielgemeinschaft aus Langen und Hofheim (Hessen) keine Spitzenleistung. Nach einer 19:9-Führung im ersten Viertel setzte beim USC im zweiten Abschnitt (21:23) der Schlendrian ein. Nach der Halbzeit kam der Gast, angetrieben von der quirligen Spielmacherin Pia Dietrich, sogar auf fünf Punkte heran (35:40 und 37:42). Doch dann kam die Zeit von Eisvögel-Centerin Kristen Gaffney. Von den nachfolgenden zwölf Punkten erzielte die Liga-Topscorerin zehn. Die Breisgauerinnen lagen somit wieder einigermaßen komfortabel vorn (54:43) – wie auch am Ende des Viertels (60:49). In den letzten zehn Spielminuten ließen beim Gast die Kräfte nach, der Tabellenführer entschied diesen Durchgang mit 24:12 für sich.

Am Sonntag, 18. Februar (16 Uhr), treten die Eisvögel beim Tabellenvierten Weiterstadt, ehe am Samstag, 24. Februar der Tabellendritte Jahn München in der Unisporthalle in Freiburg zu Gast ist. Gut möglich, dass die USC-Frauen auch in den Playoffs auf diese Teams treffen.

Für den USC Freiburg spielten: Zdravevska 5 Punkte, Rodefeld 13/davon 1 Dreier, Wieczorek, Nufer 7/1, Chr. Zehender 3/1 Hoffmann, L. Ouedraogo 10, Paunovic 11, Kapitza 4, Hughes 10/2, Gaffney 17, Mayer 4.