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09. April 2012 19:09 Uhr

Basketball-Bundesliga

Wie kommt es zum frühen Playoff-Aus der Freiburger Eisvögel?

In der Liga lange Tabellenführer – im Viertelfinale außer Form: Die Basketballerinnen des USC Freiburg sind in den Playoffs früh gescheitert. Wie kam es zum überraschenden Aus der Eisvögel?

  1. Energischer Trainer: Harald Janson impft während des Playoff-Heimspiels gegen wasserburg sein Team. Gebracht hat es nichts. Seine Eisvögel sind ausgeschieden. Foto: Patrick Seeger

  2. Jessica Höötmann vom TSV wehrt gegen die Freiburgerin Judie Lomax ab – eine Szene aus dem Auftaktspiel gegen Wasserburg. Foto: PATRICK SEEGER

Nachdem die Freiburgerinnen schon ihr Auftaktspiel in eigener Halle mit 72:80 verloren hatten, gingen sie am Ostersamstag auch in Wasserburg geschlagen vom Platz. Das 60:77 (10:14, 26:25, 16:25, 8:13) schmerzt. USC-Trainer Harald Janson hatte allerdings immer wieder darauf hingewiesen, "dass in den Playoffs die Karten neu gemischt werden".

"Natürlich sind wir enttäuscht." Harald Janson
Die einen in Bestform, die anderen nicht: So lässt sich das 0:2 im Viertelfinale in einem Satz zusammenfassen. Der mehrfache deutsche Meister Wasserburg hatte in der Regular Season mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen und ging nur als Sechster in die Playoffs – um dort dann aber auf allen Positionen Spitzenleistung zu erbringen. Die USC-Frauen hingegen, während der Hauptrunde lange Zeit Tabellenführer, konnten ihre Top-Form zumal in der ersten Saisonhälfte nicht in die Ausscheidungsspiele hinüberretten. Die allerdings entscheiden darüber, wer am Ende Meister wird. "Natürlich sind wir enttäuscht", sagte Janson über das frühe Ausscheiden. "Aber wir haben während der Saison immer wieder gesagt: Die Regular Season ist ein Vorgeplänkel. Es geht vor allem darum, sich in eine gute Startposition zu bringen."

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Das schien den Eisvögeln geglückt zu sein, sie starteten als Dritter gegen den Sechsten und hätten im entscheidenden dritten Spiel am Ostermontag auch Heimrecht gehabt. Doch so weit kam es nicht. Es blieb bei zwei Partien. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit am Ostersamstag spielte Wasserburg im dritten Viertel vor eigenem Publikum groß auf. Mit großer Sicherheit verwandelten die Frauen aus Bayern einen Wurf nach dem anderen – und wurden dabei anfangs großzügig vom USC unterstützt. "Uns sind Dinge unterlaufen, die dem Gegner in die Hände gespielt haben", analysierte Janson. "Wir ermöglichten Wasserburg innerhalb der ersten fünf Minuten mit zwei Offensivrebounds, einem Ballverlust und einem technischen Foul acht Punkte, für die der Gegner nicht kämpfen musste – acht Punkte frei vor dem Korb." Diese acht Punkte hätten den Abstand das erste Mal anwachsen lassen. Es sei den Eisvögeln dann nicht geglückt, wieder näher heranzukommen. Wasserburg, lobte Janson, sei in sehr guter Form und auch in den dunkelsten Momenten seiner Saison ein Favorit auf den Meistertitel gewesen. "Unser Saisonverlauf war dagegen nicht so, dass wir Wasserburg in dieser Phase hätten gefährden können."

Mirna Paunovic gab noch einmal alles

Warum die Leistungskurve der USC-Frauen ausgerechnet in der entscheidenden Phase nach unten zeigte, wird noch zu analysieren sein. Einzelnen Spielerinnen ist vielleicht nicht unbedingt ein Vorwurf zu machen. Auch Mirna Paunovic, das 36 Jahre alte Urgestein der Eisvögel, gab in ihrer letzten Partie noch einmal alles. Ihre Einstellung sei wie stets vorbildlich gewesen, sagte Janson. Immerhin hatte der Coach in der vergangenen Woche Grund, sich privat zu freuen. Er ist zum ersten Mal Vater geworden. Seine Ehefrau, die frühere USC-Basketballerin Birte Wehrenbrecht, brachte am Dienstag ein Mädchen zur Welt. Es heißt Frida und wog bei der Geburt 3740 Gramm.

Wasserburg: Conley, Höötmann (8 Punkte), Moore, Ohanian, Özen (8/davon 2 Dreier), Pop (6), Raven (13), Sattler, Thoresen (10), Vaughn (24/2), Zberch (8/1). Freiburg: Bondarenko, Brunckhorst (9), Hodapp (1), F. Höre, C. Höre (10/2), Lomax (4), Möller, Paunovic (16), Tracey (12), Turner (8). Schiedsrichter: Pichl, Kurshumlija. Zuschauer: 800.

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Autor: Andreas Strepenick