Förster geben Gewinnwarnung heraus

Dirk Sattelberger

Von Dirk Sattelberger

Fr, 06. Juli 2018

Schönau

Sturmtief Burglind hat in den Wäldern rund um Schönau zirka 11 000 Kubikmeter Sturmholz verursacht / Planergebnisse nicht erreichbar.

SCHÖNAU/WIEDEN. Die anvisierten Gewinne aus den Wäldern im Gemeindeverwaltungsverband Schönau (GVV) werden dieses Jahr wohl nicht erreicht. Bei einer Waldbegehung sagte Forstbezirksleiter Marco Sellenmerten, dass der Sturm "Burglind" Anfang Januar Schäden verursacht habe, deren Ausmaße erst allmählich deutlich wurden. Die Größenordnung liegt bei 11 000 Festmetern Sturmholz in den GVV-Wäldern.

Bei der Waldbegehung am Mittwochnachmittag zeigten Marco Sellenmerten und seine Förster, wie groß die Sturmschäden in dem Gebiet zwischen Fröhnd, Wieden, Schönau und Utzenfeld sind. Die Aufarbeitung werde aufwendig und teuer, in sogenannten Nasslagern müsse ein Teil des Holzes zwischengelagert werden. Den höheren Ausgaben stehen eher geringere Einnahmen entgegen, weil die Sortimente schlechter ausfallen als ursprünglich geplant. Fazit: "Die Planergebnisse können nicht erreicht werden."

In Euro und Cent konnte der Forstbezirksleiter die finanzielle Situation noch nicht genau fassen, weil viele Faktoren derzeit unbekannt sind, etwa das Wetter im zweiten Halbjahr und das daraus resultierende Ausmaß des Käferbefalls. Es wurde aber deutlich, dass manche Kommunen im GVV stärker betroffen sind von Burglind als andere. Alleine die Stadt Schönau hatte in ihrem Betriebsplan für dieses Jahr 120 000 Euro Gewinn stehen – doch jetzt ist alles "durcheinandergewirbelt". Sellenmerten betonte, dass die Forstverwaltung alles tun werde, um das Sturmholz gut aufzuarbeiten. Die Vertreter der betroffenen Gemeinden, also Verbandsvorsitzender Peter Schelshorn aus Schönau, mehrere Bürgermeister und Gemeinderäte, nahmen die schlechte Botschaft zur Kenntnis.

Die rund 25 Teilnehmer der Waldbegehung konnten sich dann ein eigenes Bild vom Nasslager Obere Mühlmatt machen (beim Schönauer Ortsteil Schönenbuchen). Dieses Lager für Sturmholz ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Forstbezirk Todtnau, dem GVV Schönau und der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Todtnau. Letztere übernimmt den Verkauf des ungebetenen Burglind-Holzes. Das Nasslager schützt vor Käfer und Bläue. Im Herbst soll der Verkauf des Holzes dann losgehen, wenn die Bugwelle auf dem Holzmarkt abgeebbt ist. Bis dahin müssen Mitarbeiter es täglich kontrollieren. Bisherige Kosten: 17 500 Euro.

Holzkohle aus Wieden kommt gut an

Es gab bei der Abschlussveranstaltung in Utzenfeld auch gute Nachrichten: So entwickelt sich der Absatz der selbstgemachten Holzkohle aus Wieden sehr gut, sagte Waldarbeiter Lukas Sprich. Er und sein Team haben zuletzt an Pfingsten einen Kohlemeiler am Bergwerk Finstergrund aufgebaut und 35 Zentner Holzkohle gewonnen. Nun soll der Verkauf mit dem Siegel des Biosphärengebiets, von dem es finanzielle Unterstützung gab, ausgeweitet werden. Derzeit arbeitet Sprich am Design auch für kleinere Säcke mit je drei Kilogramm (6,50 Euro); für die jetzige Grillsaison werden die Pappsäcke aber wohl zu spät geliefert, sagte er zur BZ. Sollte sich der Absatz weiterhin gut entwickeln, könnte an Pfingsten 2019 die nächste Fuhre produziert werden – so wie schon im 17. Jahrhundert im Finstergrund, erzählte Lukas Sprich.