Weihnachtsmarkt-Anschlag

Vater von mutmaßlichem Straßburg-Attentäter: "Mein Sohn war beim IS"

afp

Von afp

So, 16. Dezember 2018 um 15:30 Uhr

Südwest

Von den Attentatsplänen habe er nichts gewusst, sagte der Vater von Chérif Chekatt französischen Medien. Die Polizei hat die Eltern und Brüder des mutmaßlichen Straßburg-Täters nun freigelassen.

Nach dem Anschlag in Straßburg sind inzwischen sechs der sieben Festgenommenen aus dem Gewahrsam entlassen worden. Zwei Verdächtige aus dem Umfeld des Attentäters Chérif Chekatt kamen am Sonntag auf freien Fuß, wie die Staatsanwaltschaft in Paris mitteilte. Derzeit lägen keine belastenden Hinweise gegen sie vor.

Am Samstag waren bereits Chekatts Eltern und zwei seiner Brüder freigekommen. Damit befindet sich nur noch ein Verdächtiger, der dem Umfeld des 29-jährigen mutmaßlichen Attentäters zugerechnet wird, in Polizeigewahrsam. Er wurde am Sonntag weiter von Anti-Terror-Ermittlern befragt.

Der Vater Chekatts sagte dem Fernsehsender France 2, sein Sohn sei ein Anhänger der Dschihadistenmiliz IS gewesen. Sein Sohn habe ihm gegenüber gesagt, dass der IS "für eine gerechte Sache" kämpfe, sagte Abdelkrim Chekatt bei der Entlassung aus dem Polizeigewahrsam. Er habe versucht, seinem Sohn wegen der "Gräueltaten" des IS die Augen zu öffnen. "Ich habe ihm immer gesagt, dass das Kriminelle sind." Sein Sohn habe jedoch erwidert, bei den IS-Kämpfern handele es sich nicht "um Mörder". Von den Attentatsplänen seines Sohnes habe er nichts gewusst, fügte er hinzu. "Wenn er mir von seinen Plänen erzählt hätte, hätte ich ihn der Polizei gemeldet", sagte er.

Chekatt hatte am Dienstagabend auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt auf Passanten geschossen und sie auch mit Messern angegriffen. Vier Menschen kamen ums Leben, bei einem weiteren Opfer wurde der Hirntod festgestellt. Elf weitere Menschen wurden verletzt. Am Donnerstag wurde Chekatt gestellt und von der Polizei erschossen.

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