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15. Dezember 2009 18:23 Uhr

Entscheidung

Vauban-Grundstück geht an Stadtbau

Die Stadt Freiburg verkauft das Gelände an die Stadtbau. Das entschied der Gemeinderat mit großer Mehrheit. Über die Bebauung entscheidet ein Wettbewerb.

  1. Das Grundstück am Eingang des Stadtteils Vauban, auf dem derzeit eine Wagenburg steht, ist verkauft. Foto: Dominic Rock

Begleitet von Protesten der Freiraumaktivisten und Wagenburgler hat der Gemeinderat am Dienstagabend entschieden, dass das Eingangsgrundstück M1 in Vauban an die Stadtbau verkauft wird. Die große Mehrheit des Gemeinderats folgte damit dem Vorschlag der Stadtverwaltung, das Areal nach jahrelangem Hickhack zu bebauen und vorher für die Expo 2010 herzurichten.

Nur UL und GAF dagegen

Vorher gab’s "Wagenplätzchen" und Kaffee von den Wagenburglern, danach Proteste – allein, es half nichts. Die Fraktionen Junges Freiburg/Grüne, CDU, FDP, Freie Wähler und auch die SPD waren sich einig, das M1 genannte Gelände noch vor Jahresende an die städtische Wohnungsbaugesellschaft Stadtbau zu verkaufen. Nur Unabhängige Listen (UL) und Grüne Alternative Freiburg (GAF) stimmten dagegen.

"Der Verkauf an die Stadtbau ist die mit Abstand beste Lösung", so Helmut Thoma für die Grünen. Seine Argumente: Ein "gewisses Mindestvolumen" bei der Bebauung sei schon wegen des gegenüberliegenden Hochhauses notwendig, der Bebauungsplan stehe schon lange, eine nur 50-prozentige Bebauung würde 150-000 Euro Verlust bedeuten. Der Stadtteilverein könne Vertreter ins Preisgericht entsenden, ein Architekturbüro für den Wettbewerb benennen und bekomme noch Zeit – "machen Sie mit" warb er vor vollen Zuschauerrängen.

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Auch Stadtrat Martin Kotterer für die CDU begrüßte ausdrücklich die Mitarbeit des Stadtteilvereins, Nikolaus von Gayling (FDP) sprach von einer "großen Chance der Beteiligung", Johannes Gröger (Freie Wähler) meinte: "Irgendwann muss man einen Punkt machen." Die SPD stimmte zwar für den Verkauf, doch Margot Queitsch bedankte sich ausdrücklich bei den Bewohnern, dass sie das Green Business Center öffentlich diskutiert hätten. Sie forderte: "Wagenburg und Zwischennutzung müssen gemeinsam möglich sein", weswegen die SPD in diesem Punkt mit den UL und der GAF stimmte.

Architektenwettbewerb kommt

Für die UL warb Ulrike Schubert für ein "kooperatives Wettbewerbsverfahren", also nicht, sechs Architekturbüros zu beauftragen, sondern nach den Vorstellungen von Bewohnern und Stadtverwaltung einen einzigen Entwurf zu erstellen. Das fand auch Coinneach McCabe für die GAF richtig: "Wir wollen engagierte Bürger, aber wenn sie etwas sagen, was uns nicht passt, schimpfen wir über sie."

Doch die Mehrheit sah es anders. Nun wird das Grundstück verkauft, bis zum Baubeginn soll es für die Expo 2010 zwischengenutzt werden. Damit wird wahrscheinlicher, dass die Wagenburg auf M1 geräumt wird – auch wenn der Gemeinderat betonte, das wolle niemand. Vielleicht ziehen die Besetzer ja auch freiwillig ab, doch bei am Tag der Entscheidung machte das nicht den Eindruck: Nach dem Entscheid wurde unter den Augen der Polizei demonstriert – friedlich.

Autor: Simone Lutz, Peter Disch