Verdienste um die römische Geschichte

Wolfgang Beck

Von Wolfgang Beck

Sa, 21. Oktober 2017

Lahr

Der Arbeitskreis Römeranlage des Freundeskreises Landesgartenschau hat den Bürgerpreis 2017 verliehen bekommen.

LAHR. Große Freude beim Freundeskreis Landesgartenschau: Christof Schalk von der Stiftung Bürger für Lahr hat am Donnerstag in einer Feierstunde im Haus zum Pflug den 3000-Euro-Bürgerpreis an den Arbeitskreis Römeranlage des Freundeskreises Landesgartenschau übergeben.

Der Freundeskreis der Landesgartenschau habe sich mit großem Engagement der Römeranlage in Dinglingen gewidmet, betonten Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller Müller und Christof Schalk von der Stiftung Bürger für Lahr. Der Arbeitskreis des Freundeskreises beschäftige sich mit der römischen Geschichte in Lahr im zweiten und dritten Jahrhundert nach Christus.

"Wir nehmen diesen Teil der Geschichte ernst", sagte Müller, der sich darüber freute, dass zusammen mit dem Arbeitskreis an der Umsetzung des museumspädagogischen Konzepts gearbeitet wird, zu dem das Alltagsleben der römischen Siedler gehöre. Der 3000-Euro-Preis sei dafür gedacht, so Müller, die Bespielung der Römeranlage und die Fertigung von Kleidungsstücken aus der Römerzeit finanziell zu unterstützen.

"Wir freuen uns riesig", sagte die Vorsitzende des Freundeskreises der Landesgartenschau, Ulrike Holland. Sie ging in der Feierstunde, die musikalisch vom Saxophon-Quartett "Farbton" begleitet wurde, auf die Aktivitäten des Vereins ein, der aktuell 220 Mitglieder zählt und dabei ist, für die Gartenschau auf der Zielgeraden anzukommen. Das preisgekrönte Projekt komme zur rechten Zeit, sagte Holland, und reichte das Wort an den Leiter des Arbeitskreises, Klaus Blawert, weiter. Zahlreiche Kontakte seien geknüpft worden, sagte Blawert, um das römische Thema auf der Landesgartenschau in allen Facetten beleuchten können. Der Dank für gute Zusammenarbeit ging an die Theodor-Heuss-Werkrealschule, die sich mit dem Projekt "Römische Spiele" beteiligt.

Betreut werde das Projekt durch die wissenschaftliche Begleiterin, Bérénice Jayme, erklärte Blawert. Der Dank ging auch an die Berufliche Schule im Mauerfeld, in deren Hauswirtschaftsabteilung römische Kleidungsstücke gefertigt werden. "Die Kostüme sind wesentlicher Bestandteil des museumspädagogischen Konzepts", sagte Blawert. Damit sollen Besucher und Akteure rund um die Römeranlage in das Projekt eingebunden werden. "Mit diesen Kostümen ist eine Grundlage für alle weiteren Projekte geschaffen, so der Leiter des Arbeitskreises. Beim Projekt "römische Tracht" soll ein Teil des Alltagslebens vermittelt und erfahrbar gemacht werden, betonte Blawert. Der Oberbürgermeister, selbst Mitglied des Kuratoriums, dankte der Stiftung, die in historischer Tradition dem Hospital- und Armenfonds Spital folgt und an engagierte Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Institutionen einen Bürgerpreis auslobt, der in diesem Jahr dem Freundeskreis zugute kommt.

Förderung des Gemeinwohls

Schalk und Müller erinnerten anlässlich der Preisübergabe an die Anfänge im Jahr 2006, als die Stiftung Bürger für Lahr gegründet wurde. Ziel sei es gewesen, das Gemeinwohl in Lahr zu fördern, insbesondere durch die Förderung von Erziehung, Bildung und Wissenschaft, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheit und Sport, Kunst und Kultur, Umwelt und Naturschutz, Heimatpflege und Heimatgeschichte bis hin zur Förderung der interkulturellen Verständigung und Zusammenarbeit.

Müller erinnerte auch daran, dass der Bürgerpreis für kreatives Engagement und Ideenreichtum erstmals an das Gewaltpräventionsprojekt "Faustlos" an der Luisenschule verliehen worden sei. Später seien mit Förderpreisen von jeweils 3000 Euro die Initiative Begegnungshaus auf dem Urteilsplatz, das Kriminalisten-Duo Kreidlinger und Bäuerle sowie im Jahr 2015 der Freundeskreis Flüchtlinge Lahr bedacht worden, um die Geflüchteten in der Stadt betreuen zu können.