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23. Dezember 2011
Ein Flugplatz für Ultra-Leichtflieger?
Motorschirmverein will keine bauliche Veränderungen vornehmen / Lebhafte Diskussion im Oberrimsinger Ortschaftsrat.
BREISACH-OBERRIMSINGEN. Auf einer Weidefläche an der Gemarkungsgrenze Hartheim zwischen Grezhausen und dem "Sonnenhof" in unmittelbarer Nähe zum Rheinwald sollen demnächst sogenannte Motorschirm-Fluggeräte starten und landen können. In ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr diskutierten die Mitglieder des Oberrimsinger Ortschaftsrats lebhaft über den geplanten Flugplatz für Ultra-Leichtflieger.
Diese Flugzeuge haben einen Fallschirm ähnlichen großen Schirm, der über ein motorradähnliches Gerät angetrieben und gesteuert wird, informierte Ortsvorsteher Bernhard Kiefer."Bauliche Veränderungen wird es nicht geben", versprach Camill Freyler, ein 62 Jahre alter pensionierter Kriminalbeamter, der als Vorsitzender den "Südbadischen Motorschirmverein" mit 15 aktiven Mitgliedern leitet. "Alles, was es an Veränderungen geben wird, ist eine Bodenhülse, in die wir einen kleinen Windsack stecken werden, wenn wir dort fliegen", führte Freyler aus. Die Größe des Geländes beträgt 238 Ar.
Nach Angaben von Freyler sind keine Beeinträchtigungen von Anwohnern der benachbarten Orte. "Wir überfliegen keine Städte und Wälder", erklärte er. Denn dort hätten die Flieger mit ihren Maschinen selbst große Probleme bei einer Notlandung. Laut Gesetz dürften die Fluggeräte nur von 30 Minuten vor Sonnenaufgang bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang in der Luft sein, die Sichtweite müsse 1,5 Kilometer betragen. Ein Mindestabstand von 300 Metern müsse über bebautem Gelände und von 150 Metern über freiem Gelände eingehalten werden. Wind, Nebel, Thermik und tiefhängende Wolken ließen einen Flug nicht zu. Außerdem gäbe es weitere natürliche Einschränkungen, referierte der Pilot, der erst im Alter von 60 Jahren seine Pilotenlizenz erworben hat.
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So ließe die Thermik im Sommer das Fliegen lediglich von 8 bis 10 Uhr und ab 18 Uhr bis Sonnenuntergang zu. Im Winter könne man von etwa 9 bis 16 Uhr fliegen, müsse jedoch bedenken, dass es je 100 Meter Höhe um ein Grad kälter werde, was schnell unangenehm werde. Vereinseigene Beschränkungen ließen einen Flug in der Woche nur ab 7.30 Uhr und samstags ab 8 Uhr zu. Auch wegen persönlicher Einschränkungen der Mitglieder, wie Familie und Beruf, sei kein großes Flugaufkommen zu erwarten. Er rechne im Jahr zwischen 200 und 250 Flügen, sagte Freyler. Die Geräusche entsprächen etwa dem eines Rasenmähers.
Die Ortschaftsräte diskutierten ausführlich und gaben auch zu bedenken, dass in den vergangenen Wochen wiederholt in Oberrimsingen am Sportplatz solche Flieger vorbeigeflogen seien und erheblichen Lärm verursacht hätten. In der Gegend seien zurzeit mehrere "Schwarzflieger" unterwegs, die noch nicht identifiziert wurden, erklärte Freyler dazu. Diese Flieger hätten mit seinem Verein nichts zu tun. Vereinsmitglieder, die sich nicht an die strengen Vorschriften halten, würden abgemahnt oder verlören bei wiederholten Verstößen ihre Lizenz.
Ortschaftsratsmitglied Willi Ingenhoven begrüßte es, dass die Stadtverwaltung, die vom Regierungspräsidium zu einer Stellungnahme aufgefordert worden war, den Ortschaftsrat informiert habe. Rechtliche Bedenken, die das Vorhaben verhindern könnten, wurden von den Ortschaftsratsräten nicht vorgebracht.
Das Freiburger Regierungspräsidium wollte sich gegenüber der BZ noch nicht zu den Plänen äußern. Man wolle abwarten, bis alle angeforderten Stellungnahmen eingegangen seien, das sei noch nicht der Fall, erklärte Bernd Wagner, luftfahrttechnischer Angestellter bei der Behörde auf BZ-Nachfrage. Üblich sei es, derartige Genehmigungen mit Auflagen zu erteilen. So sei denkbar, dass Startzeiten und Startfrequenzen beschränkt würden. Zudem werde eine Genehmigung zunächst auf lediglich 2 Jahre beschränkt.
Generell spreche nichts gegen eine Genehmigung, meinte Siegmar Geisert, Tiefbauamtsleiter der Stadt Breisach. Allerdings habe die Stadt ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht, dass die Wirtschaftswege mehr in Anspruch genommen würden und im Bereich der umliegenden Ortschaften und am Tuniberg mehr Lärm entstehen könnte.
Ortsvorsteher Kiefer stellte im Anschluss noch zwei Bauvorhaben vor: Zum einen ging es um die Erweiterung des bestehenden Hofladens auf dem Landhof Rothaus und um den Neubau eines Mehrfamilienhauses am Angelweg.
Autor: Hans-Jochen Voigt
