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20. August 2009 15:39 Uhr
Niederlagenserie in Japan
Verfehlt Volker Finke die Saisonziele der Urawa Reds?
Nach zwei Dritteln der Saison in Japan steht Volker Finke unter Druck. Der Trainer der Urawa Reds, früher beim SC Freiburg, muss eine Niederlagenserie verkraften. Versinken die Reds im Mittelmaß, könnte es für Finke ungemütlich werden.
Nachdem seine Urawa Reds fünf Spiele in Folge verloren haben, steht Volker Finke vor seiner bisher größten Bewährungsprobe, seit er beim Traditionsclub als Trainer angeheuert hat.
Am Mittwoch verloren die Reds zu Hause 1:4 gegen den Vorletzten Kashiwa Reysol. 38.740 Anhänger trauten ihren Augen nicht. Finkes Mannschaft ist damit auf den siebten Rang abgerutscht. Was die Stimmung auch nicht gerade hebt: Dem Erzrivalen Kashima Antlers ist die Meisterschaft kaum noch zu nehmen. Außerdem sind die Reds im Ligapokal im Viertelfinale ausgeschieden – ein weiterer Schlag für Führung und Fans der Reds, die geradezu nach dem ersten nationalen Titel seit 2006 dürsten.
Von einer Krise spricht zwar noch keiner. Aber der Druck auf Finke wächst. Schließlich erwartet die Führung des stolzen Clubs, dass er einen Platz unter den ersten Drei und die Teilnahme an der asiatischen Champions League schafft. Um diese Vorgaben zu erfüllen, bleiben dem früheren Trainer des SC Freiburg noch zwölf Spiele. Das ist machbar. Der dritte Platz ist nur zwei Punkte entfernt. Auf den Zweitplatzierten hat Urawa fünf Zähler Abstand.
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Um nach oben aufzuschließen müssen die Reds aber ihr größtes Problem in den Griff bekommen: Die Mannschaft schießt keine Tore. In den vergangenen fünf verlorenen Spielen trafen die Reds einmal, kassierten aber zehn Gegentreffer. Zwei ehemalige Bundesligaprofis personifizieren die Offensivmisere, die durch Verletzungspech verstärkt wird: Naohiro Takahara und Robson Ponte. Takahara – früher beim HSV und bei Eintracht Frankfurt - hat bisher nur dreimal getroffen. Nach einer Lungenembolie ist er nur noch Ergänzungsspieler. Auch den früheren Leverkusener Ponte plagen immer wieder Malaisen.
Finke wurde geholt, um einen neuen Teamgeist zu wecken. Das hat funktioniert. Die Mannschaft tritt geschlossen auf. Das Kollektiv ist wichtiger als das Ego einzelner Spieler. Finke setzt auf langfristigen statt schnellen Erfolg. Er hat die alternde Mannschaft mit Eigengewächsen verjüngt statt fertige Stars einzukaufen. Auf wichtigen Positionen fehlt es aber nun an Konstanz.
Urawas Fans sind die anspruchsvollsten der japanischen Liga. Schlechte Ergebnisse resultieren normalerweise in Sitzblockaden, die erst beendet werden, wenn ein Funktionär sich stellt, um den Anhängern Rede und Antwort zu stehen. So etwas hat Finke in all seinen Jahren in Freiburg nicht erlebt. Noch haben die Anhänger Geduld mit ihrem deutschen Trainer. Sollte er die Saisonziele aber verfehlen, dürfte das Verhältnis zwischen Fans und Trainer so kühl werden wie der japanische Winter.
Vor der zweiten Saisonhälfte (Juni 2009): Finkes Härtetest kommt noch
Auftaktniederlage (März 2009): Finke verliert sein Japandebüt
Autor: Mike Tuckerman (Tokio), Übersetzung: Peter Disch
