Dreisam-Mordprozess

Verteidigerverein verlangt Strafverfolgung von Hassmail-Schreiber und Drohanrufern

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

Mo, 12. März 2018 um 16:26 Uhr

Südwest

Mit Empörung hat die Vereinigung Baden-Württembergischer Strafverteidiger auf die Nachricht reagiert, dass einer ihrer Freiburger Kollegen Todesdrohungen erhalten hat.

"Ein solches Verhalten ist kriminell", so der Vorstand der Standesorganisation am Montag in einer Erklärung, die unserer Redaktion vorliegt. "Polizei und Staatsanwaltschaft sind aufgefordert, die oft anonymen Täter zu ermitteln und einer Bestrafung zuzuführen."

Sebastian Glathe, Pflichtverteidiger im Sexualmordprozess gegen Hussein K., hatte unserer Zeitung in der Vorwoche berichtet, dass er seit Übernahme des Mandats eine Vielzahl beleidigender Anrufe und Mails bekommen habe. Darunter war auch eine Mail mit einer Todesdrohung, deren Urheber allerdings inzwischen ermittelt wurde und auf Antrag der Staatsanwaltschaft Freiburg einen Strafbefehl erhalten hat.

Die Strafverteidiger erinnerten daran, dass das Recht eines Jeden auf Verteidigung zu den Grundpfeilern des Rechtsstaats gehört – unabhängig von der Art und Schwere der ihm vorgeworfenen Straftat. "Wer dies nicht akzeptieren will, stellt sich außerhalb unserer rechtsstaatlichen Ordnung." Seinem Anwaltskollegen sicherte der Verein "Solidarität und jede erdenkliche Unterstützung" zu.

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