Veruntreuung von Entgelt oder Zeitkonten?

Ilona Hüge

Von Ilona Hüge

Do, 13. September 2018

Kenzingen

Gericht setzt Verfahren aus.

KENZINGEN (hü). Hat er oder hat er nicht veruntreut? Diese Frage bleibt nach der Verhandlung vorm Amtsgericht gegen den Geschäftsführer einer Sicherheitsfirma aus der Region offen. Angeklagt wurde der 48-Jährige wegen Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt in 37 Fällen. Der Schaden für Renten- und Sozialversicherungen liegt bei rund 33 000 Euro. Vor dem Amtsgericht Kenzingen ging es um einen Teilbetrag von runden 14 000 Euro an verschiedene Krankenkassen.

Bei einer Durchsuchung der Geschäftsräume nach einer Anzeige waren Unstimmigkeiten zwischen den Stundenlisten der Mitarbeiter und den Abrechnungen der Firma aufgefallen. Bei der Anzeige ging es um mangelnde Sachkundenachweise der Beschäftigten, wozu derzeit noch ein Verfahren in Emmendingen läuft. In Kenzingen kam der Verdacht der Veruntreuung dazu, den die "Finanzkontrolle Schwarzgeld" beim Hauptzollamt aufgrund der Aktenlage ermittelte. Vor dem Amtsgericht Kenzingen erklärte der Geschäftsführer die Unstimmigkeiten mit Arbeitszeitkonten. Dort seien Überstunden vermerkt, die in schwächeren Monaten an- und abgerechnet werden. Ein Nachweis dieser Arbeitszeitkonten lag zum Gerichtstermin nicht vor.

Das Gericht stellte den Angeklagten vor die Wahl, an die Krankenkassen zu zahlen oder die Arbeitszeitkonten vorzulegen. Mit Zustimmung von Staatsanwaltschaft und Verteidigung wurde das Verfahren ausgesetzt. Das Gericht erwartet bis 15. Oktober eine Antwort.