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20. Dezember 2008
Viel Engagement für behinderte Kinder
Weihnachtsmarkt in Ebringen fand wie gewohnt regen Zulauf / Unterstützung für Hilfsprojekte
EBRINGEN (fry). Wenn in Ebringen der Weihnachtsmarkt angekündigt wird, brauchen sich die Veranstalter keine Sorgen um den Zulauf zu machen. Auch in diesem Jahr drängten sich Gäste aus der ganzen Region in den Gassen um die grün bedachten Buden auf dem romantischen Schlossplatz und im Eingangsbereich des Schlosses. Ihre Pforten geöffnet hatten auch Winzerkeller im Dorf und Schlosskeller, deren Produkte an mehreren Ständen auf dem Weihnachtsmarkt heiß und kalt probiert werden konnten.
Gründer und Initiator des Weihnachtsmarkts war vor 17 Jahren Bernhard Goldschmidt, stellvertretender Bürgermeister, Vorsitzender des örtlichen Malteserhilfsdienstes und nach wie vor Motor des alljährlichen bunten Treibens. Er sorgt dafür, dass fast ausschließlich Vereine und Private als Aussteller ihre Produkte anbieten. Die Erlöse kommen den vielfältigen Hilfsprojekten zugute, die die Malteser auf ihre Fahnen geschrieben haben. Bis vor kurzem war dies, und das seit zehn Jahren, schwerpunktmäßig Hilfe in Rumänien für Kinder, Obdachlose und andere Bedürftige. In dieser Zeit gingen Hilfsgüter und Materialien im Wert von rund 250 000 Euro in das osteuropäische Land, wurden Kinderheime um- und aufgebaut, neue Möbel angeschafft und vor allem Kinder aus den unvorstellbar schlechten Verhältnissen geholt, wie sie Bernhard Goldschmidt selbst noch angetroffen hat.
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Ihm und Partnern aus dem befreundeten Boxberg bei Lauda in Franken ist es gelungen, nicht nur die Lebensbedingungen von Waisenkindern entscheidend zu verbessern, sondern auch Personal für ihre Versorgung zu gewinnen. Als hilfreich habe sich, so Goldschmidt, der Beitritt Rumäniens zur EU erwiesen, der eine Öffnung des Landes zum Westen hin und damit einen entscheidenden Schub bewirkt habe. Das Problem "Waisenkinder in menschenunwürdigen Verhältnissen" sei nun so gut wie gelöst. Deshalb haben sich die Malteser einer anderen Gegend und einem anderen Projekt zugewandt: Equador in Südamerika und hier insbesondere der Versorgung und Betreuung behinderter Kinder, für die bisher wenig bis nichts getan worden ist. Annette Lehmann, Lehrerin aus Ebringen, ist nun für ein Jahr dort, um mit Musik, Eurythmie, Gestaltung und Bewegung nicht nur Freude in das Leben der Kinder zu bringen, sondern auch ihre Fähigkeiten und Talente zu fördern und zu stärken und ihnen so den Start ins Leben zu erleichtern. Der Erlös aus dem Weihnachtsmarkt 2008 kommt diesem Projekt zugute.
Den Weihnachtsmarkt und seine Anziehungskraft nutzte außer der Winzergenossenschaft auch das "Musische Zentrum Ebringen". Viele Besucher fanden den Weg in die Schlossscheune mit ihren Proberäumen mehrerer Vereine, um dem Vorspielen der kleinen Musikanten zu lauschen. In der Eingangshalle des Rathauses waren ebenfalls Stände aufgebaut, unter anderen einer vom "Aktionskomitee Kinder im Krankenhaus" mit Sitz in Frankfurt, kurz AKIK. Diese Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern den Krankenhausaufenthalt zu erleichtern, insbesondere, wenn sie noch nie von Zuhause fort waren und ihre Eltern vermissen. Hier springt AKIK ein und tut das, was Schwestern gerne möchten, wozu ihnen aber oft die Zeit fehlt: spielen.
Autor: fry
