Neuried-Altenheim

Vier Menschen sterben bei schwerstem Verkehrsunfall in der Ortenau seit sechs Jahren

Anika Maldacker, BZ

Von Anika Maldacker & BZ-Redaktion

Mi, 02. Mai 2018 um 07:45 Uhr

Neuried

Es ist der schwerste Verkehrsunfall in der Ortenau seit 2012: Auf der L98 bei Altenheim, kurz vor der deutsch-französischen Grenze, sind am frühen Mittwochmorgen zwei Autos kollidiert. Vier Menschen starben, einer ist schwer verletzt.

Bei einem der schwersten Verkehrsunfälle in der Region seit sechs Jahren sind am frühen Mittwochmorgen vier Insassen eines BMWs ums Leben gekommen.

Mittlerweile sind die Untersuchungen an der Unfallstelle abgeschlossen. Die Polizei kam laut ersten Rechercheergebnissen zu dem Schluss, dass der Fahrer, des in Großbritannien zugelassenen BMWs etwa einen Kilometer nach der Pierre-Pflimlin-Brücke in den Gegenverkehr geriet. Auf der Gegenfahrbahn kam ein Richtung Frankreich fahrender Mercedes-Fahrer entgegen. Er hatte keine Möglichkeit mehr, dem BMW-Fahrer auszuweichen. Die vier Insassen des britischen Fahrzeugs, zwei Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 36 und 51 Jahren, zogen sich bei der Wucht des Aufpralls tödliche Verletzungen zu. Der 30-jährige Mercedes-Fahrer wurde bei der Frontalkollision lebensgefährlich verletzt. Mittlerweile befindet er sich in stabilem Zustand.

Der Hinweis auf den Unfall ging gegen 2.30 Uhr am frühen Mittwochmorgen ein. Ein Verkehrsteilnehmer hatte einen schweren Unfall auf der Landstraße 98 unweit der Grenze zu Frankreich, kurz vor der Pflimlin-Brücke gemeldet. Außerdem hatte das automatische Notrufsystem eines der beteiligten Fahrzeuge alarmiert.

Nach den ersten Ermittlungen der Beamten des Polizeireviers und des Verkehrskommissariates Offenburg ist ein BMW-Fahrer aus noch unklarer Ursache in den Gegenverkehr geraten und dort mit einem in Richtung Pierre-Pflimlin-Brücke fahrenden Mercedes zusammengestoßen. Für die vier Insassen des BMWs kam jede Hilfe zu spät, sie erlagen ihren schweren Verletzungen noch an der Unfallstelle. Der Fahrer des Mercedes zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu. Er wurde nach einer ersten notärztlichen Versorgung ins Ortenau Klinikum Offenburg gebracht.



Die Bergungs- und Aufräumarbeiten wurden durch Einsatzkräfte der Feuerwehr Neuried, Kehl und Offenburg unterstützt. Auch mehrere Rettungswagen mit Notarzt sowie einige Streifen des Polizeireviers und der Verkehrspolizei Offenburg waren im Einsatz. Die Ermittlungen an der Unfallstelle durch die Polizei und einen Sachverständigen dauern an. Die Sperrung der L98 ist gegen 9 Uhr aufgehoben worden.

Einer der schwersten Verkehrsunfällen in der Region seit Jahren

Die Landstraße ist zur Zeit, an der der Unfall stattfand, in der Regel nicht stark befahren, sagt Patrick Bergmann, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Offenburg. Der Abschnitt, auf dem der Unfall stattfand, verläuft durch ein Waldgebiet und über den Altrhein, bevor es über die Pflimlin-Brücke nach Frankreich geht.

Der Unfall auf der L98, zwischen dem Kreisverkehr bei Goldscheuer und der Pflimlin-Brücke, ist der schwerste Verkehrsunfall in der Region seit Jahren. Das bestätigt auch Pressesprecher Bergmann. Zuletzt ereignete sich in der Ortenau im November 2012 ein ähnlicher schlimmer Verkehrsunfall mit sechs Toten. Damals verursachte ein 20-jähriger Geisterfahrer einen schlimmen Unfall auf der A5 bei Offenburg.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Freiburg gab es innerhalb der vergangenen zehn Jahre jeweils viel Unfälle mit je drei Toten. Schlimmere Unfälle, mit mehreren Unfallopfern, seien der Polizei für die vergangenen zehn Jahre nicht bekannt, bestätigt Polizeisprecher Dirk Klose. Die Unfälle ereigneten sich 2008 in Albbruck auf der B34. 2015 starben bei drei verschiedenen Unfällen je drei Menschen: Auf der B31 in Höhe Kirchzarten, auf der B317 bei Zell im Wiesental und auf der BAB5 bei Neuenburg.

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