FC 08 Villingen im Aufstiegsrausch

Holger Rohde

Von Holger Rohde

Mo, 04. Juni 2018

Oberliga BaWü

Im ersten Aufstiegsspiel zur Regionalliga Südwest überrennen die Nullachter den FC Bayern Alzenau und gewinnen mit 8:1.

FUSSBALL. Vor der großen Kulisse von 2500 Zuschauern hat sich der FC 08 Villingen im ersten Aufstiegsspiel zur Regionalliga Südwest gegen den Hessen-Vizemeister FC Bayern Alzenau in einen Rausch gespielt und acht Tore erzielt. Am Mittwochabend um 18.30 Uhr treten die Nullachter im alles entscheidenden Aufstiegsspiel beim FK Pirmasens in Rheinland-Pfalz an. Der Aufstieg in die Regionalliga ist für den FC Villingen zum Greifen nahe, der Mannschaft reicht dort bereits ein Unentschieden.

Zweites Spiel der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Südwest: FC 08 Villingen - FC Bayern Alzenau 8:1 (2:0). Auf beiden Seiten herrschte anfangs große Nervosität beim Passspiel – Fehler und Ungenauigkeiten gab es in den ersten 20 Minuten zuhauf. Alzenau verlegte sich sofort auf das Kontern, die Villinger erspielten sich ein Übergewicht mit den balltechnisch besseren Leuten. Alzenau hatte indessen bei Kopfbällen die Lufthoheit – zunächst. Die erste dicke Chance entstand nach einem katastrophalen Rückpass von Tarik Sejdovic, den 08-Stürmer Christian Giles ablief und frei Bahn hatte. Doch statt in die Tormitte zu dribbeln, ließ er sich von Keeper Ionnis Takidis nach rechts abdrängen und vertändelte (10.). Besser machte es in der 25. Minute Benedikt Haibt: Ein Außenrist-Zuspiel von Giles verfehlte Takidis und Haibt stand goldrichtig und bugsierte Ball ins leere Tor zum 1:0. Es sollte nicht sein einziger Treffer bleiben: In der 34. Minute zirkelte Stjepan Geng einen Eckball an den ersten Pfosten, Haibt schraubte sich hoch und wuchtete den Ball mit dem Kopf zum 2:0 in den Torwinkel. Bis zur Pause standen die Villinger sicher und Alzenau hatte nur eine gefährliche Möglichkeit zum Anschluss durch einen Flachschuss von Anthony Wade in der 43. Minute.

Würden die Gäste sich nach der Pause aufbäumen? Nein. Die Nullachter begannen auch in Abschnitt zwei zielstrebig und erzielten ein "spanisches Tor": Pablo Gil Sarrion hob einen Freistoß in den Fünfmeterraum und sein Landsmann Giles Sanchez versenkte den Ball per Direktabnahme zum 3:0 im Gästetor. 177 Sekunden nach Wiederanpfiff.

Alzenau ließ die Köpfe hängen und der FC 08 Villingen spielte immer befreiter auf. Und die beiden Spanier zauberten, dieses Mal in umgekehrter Reihenfolge: Giles Sanchez spielt Gil Sarrion einen Zuckerpass in den Lauf und der traf per Lupfer zum 4:0. Es war noch nicht einmal eine Stunde gespielt. Es kam noch dicker für die Gäste: Kaum eingewechselt erhöhte Teyfik Ceylan auf 5:0 (62.) und legte nur wenige Sekunden später Giles Sanchez den Ball zum 6:0 auf (65.). Was man Alzenau zugute halten muss: Der Gast kämpfte weiter. Erst traf Can Oezer den Pfosten (70.), dann verkürzte Danilo Milosevic auf 1:6 (71.). Im Gegenzug legte Ceylan das 7:1 nach (73.). Das i-Tüpfelchen gelang Giles in der 87. Minute mit einem sehenswerten Treffer zum 8:1.

FC 08 Villingen: Mendes, Gil Sarrion, Ovuka (64. Stark), Niedermann, Serpa, Wehrle, Geng, Weißhaar, Kaminski (58. Ceylan), Haibt (64. Plavci), Giles Sanchez. FC Bayern Alzenau: Takidis, Kaiser (51. Niesigk), Sejdovic (39. Calabrese), Milosevic, Krause, Joudran, Wade (64. Wörner), Kalata, Oezer, Wilke, Sawareh. Tore: 1:0; 2:0 Haibt (25./34.), 3:0 Giles (48.), 4:0 Gil Sarrion (55.), 5:0 Ceylan (62., 6:0 Giles (65.), 6:1 Milosevic (71.), 7:1 Ceylan (73.), 8:1 Giles (87.). SR: Kessel (Bad Kreuznach). ZS: 2500.

Stimmen zum Spiel, der Villinger Trainer Jago Maric: "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. 8:1, das ist der Wahnsinn. Aber es ist nur ein Spiel und wir haben noch nichts erreicht und müssen fokussiert bleiben für Pirmasens.

Angelo Barletta, der Trainer des FC Alzenau: "Ich bin maßlos enttäuscht, was wir hier abgeliefert haben. Villingen hat verdient gewonnen. Wir hatten uns viel vorgenommen, aber das 3:0 nach der Pause hat das Spiel früh entschieden."

Benedikt Haib, Kapitän des FC 08 Villingen: "Ich freue mich riesig. Und ich bin stolz auf unser Team, wie jeder gelaufen ist und gekämpft hat. Meine ersten zwei Tore waren wichtig, aber jetzt müssen wir nochmal so eine Leistung abrufen."