Stürmisch und erfolgreich wie in den alten Zeiten

Holger Rohde

Von Holger Rohde

Di, 05. Juni 2018

Oberliga BaWü

Das 8:1-Aufstiegsfeuerwerk gegen den FC Bayern Alzenau weckt beim FC 08 Villingen Erinnerungen / Alles entscheidendes Spiel am Mittwoch in Pirmasens.

FUSSBALL, AUFSTIEGSSPIELE ZUR REGIONALLIGA SÜDWEST. Was sich am Sonntag im Villinger Friedengrund abgespielt hat, erinnerte an die großen Fußballzeiten des FC 08 Villingen in den 1960er- und 1970er-Jahren: 2500 Zuschauer (offiziell: 1976 zahlende) in der proppenvollen, alten Villinger Fußballarena – das hatte Charme und man blickte rundum in verzückte Gesichter. 8:1 fegte das Team von Trainer Jago Maric den FC Bayern Alzenau vom Feld. Den Gästen blieb in der zweiten Halbzeit die Spucke weg. "Heute hat jeder alles gegeben und versucht, die bestmögliche Leistung abzurufen. Das ist uns gelungen. Die ersten 15 Minuten war Alzenau gut im Spiel und wir haben einige Zeit gebraucht, was man an den vielen Fehlpässen gemerkt hat", sagt Kapitän Benedikt Haibt.

Ja, dieser Haibt: Es war fast logisch, dass er einer der entscheidenden Villinger Protagonisten an diesem Tag werden würde. Die Tore zum 1:0 und 2:0 erzielte der 08-Kapitän selbst. Seine Saisontreffer Nummer 14 und 15. Dazu ein genialer Nebenmann, der sein bestes Match im Nullacht-Trikot machte. Die Rede ist von Cristian Giles Sanchez. Er erzielte drei Treffer zum 3:0, 6:0 und 8:1 und lieferte zwei Vorlagen. Und zeigte einmal mehr, dass er sich in seinem letzten Heimspiel gebührend von den am Ende begeisterten Fans verabschieden wollte. Der SSV Reutlingen darf sich auf den Spanier freuen. Giles Landsmann Pablo Gil Sarrion stand ihm in nichts nach. Der Abwehrspieler zeigte ebenfalls eine starke Leistung. Er krönte sie mit dem Heber zum 4:0 in der 55. Minute. Es zog sich positiv durch die Reihen der Villinger, dass etliche Spieler das Beste auspackten, was sie nach der anstrengenden Saison noch rausholen konnten. Stjepan Geng absolvierte sein bestes Spiel 2018. Lohn waren zwei Vorlagen und damit zwei Standardtreffer. "Phänomenal, was da passiert ist", sagte Teyfik Ceylan. Er erlebte die ersten vier Tore auf der Auswechselbank, wurde eingewechselt und traf und selbst noch zweimal. Ein Fingerzeig Richtung Pirmasens: Der Villinger Kader ist breit aufgestellt und stark besetzt. Wohl dem, der klar führt und dann Ceylan oder Nedzad Plavci noch einwechseln kann. Auch in der Abwehr ist das kein Problem: Dragan Ovuka bekam ein frühzeitiges Päuschen, dafür rückte Manuel Stark ins Team.. Innenverteidiger Daniel Niedermann wurde indes vor der Partie verabschiedet und verlässt den FC 08 Villingen ebenso wie Ersatzkeeper Matthias Demmer, Plavci und Giles. "Es war wichtig, dass wir in der ersten Halbzeit aus den drei, vier Torchancen gleich zwei Tore gemacht haben", lobte Maric. "Das 3:0 gleich nach der Halbzeit hat uns Sicherheit gegeben und Alzenau gab auf", sagt der 08-Trainer. Apropos aufgeben: "Genau da liegt der springende Punkt bei uns, der mich enttäuscht hat. Wir hatten es in der Halbzeit besprochen und dann fehlte beim dritten Tor die Zuordnung im Fünfmeterraum", sagte Alzenau-Trainer Angelo Barletta.

Mit den Villingern mitgefreut hat sich auch England-Profi Kai Brünker von Bradford City. Der Ex-Villinger, der vom SC Freiburg II aus den Sprung auf die Insel schaffte, war ebenso im Friedengrund wie sein Vater Dirk Brünker, in den 1980er-Jahren Toptorjäger der Nullachter, als diese damals in der dritthöchsten Spielklasse (Oberliga) mitmischten.

Am Mittwochabend geht es für den FC 08 Villingen um alles. Um 18.30 Uhr treten die Nullachter beim FK 03 Pirmasens an, der im ersten Spiel ein 0:0 in Alzenau erreicht. Ein Remis würde Villingen zum Regionalliga-Aufstieg reichen.