Der Sound muss stimmen

Jonas Hirt

Von Jonas Hirt

Sa, 10. Juni 2017

Vörstetten

Probenbesuch bei der Vörstetter Rockband Soundhaus, die beim Verschdedder Groove auftritt.

VÖRSTETTEN. Laut war es am Donnerstagabend in der Talstraße in Vörstetten. Das lag nicht etwa an der großen Baustelle in der Straße. Die rockigen Töne kamen aus einer Doppelhaushälfte, genauer gesagt: aus dem Keller. Hier probt gerade die einheimische Band Soundhaus für die nahenden Auftritte in Emmendingen und Vörstetten.

Soundhaus – das sind Sängerin Rebecca und Ehemann Matthias Buderer am Schlagzeug. Für den Gitarrensound sorgen Rebeccas Bruder Hannes Frische und Cousin Simon Schwaab. Bassist Tobias Lomp ist der Einzige in der Band, der kein Familienmitglied ist. Er ist auch das neuste Mitglied der Band, die sich Ende 2014 gegründet hat. Als Songwritingprojekt, wie Rebecca erklärt. Es sei kein Ziel gewesen, eine Familienband zu gründen. Das Ehepaar habe Songideen gehabt und wollte sie musikalisch umsetzen. Dieses Jahr, Ende Februar, stellte die Band ihr erstes Album vor. "Alles aus Licht" heißt es und beinhaltet gitarrenbetonte Rockmusik und deutsche Texte. Damals war Bassist Tobias noch gar nicht dabei. Daher habe die Band bisher noch nicht viele Gelegenheiten gehabt, das Album zu verkaufen, wie Rebecca erklärt. "Ich musste noch eingelernt werden", so formuliert es der neue Bassist.

Am heutigen Samstag feiert die Band ihr Live-Debüt in neuer Besetzung: im Shamrock in Emmendingen um 20 Uhr, hierfür und für den Verschdedder Groove am nächsten Wochenende in Vörstetten proben die Musiker. Zugleich müssen sie noch einen Soundcheck mit dem neuen Mischpult machen – bei ziemlich beengten Platzverhältnissen. Fünf Bandmitglieder, Schlagzeug, Verstärker – viel Platz bleibt nicht, um sich zu bewegen. Matthias sitzt buchstäblich mit dem Rücken zur Wand, ihm gegenüber Sängerin Rebecca, auch sie hat nur wenig Platz. Nach dem ersten Song wird justiert. "Der Sound muss passen, da muss man auch mal eine Pause machen", sagt Hannes. Rebecca hört sich kaum über den Monitor.

Der Raum sei schon klein, sagen die Musiker in der Pause, aber eben auch kostenlos. Der Kellerraum befindet sich im Haus von Simons Eltern. Auch andere Bands würden ihn zum Üben nutzen. Was sich die Band noch anschaffen will, ist eine Beschallungsanlage, kurz PA-Anlage genannt. Bisher hört sich die Sängerin beim Proben nur über den Monitor. Bei Konzerten leiht sich die Band aktuell noch eine Anlage für die Beschallung aus.

Nach einigen Minuten passt die Einstellung, es kann weiter gehen. Soundhaus nimmt langsam Fahrt auf. Der Bassist nutzt die wenigen Zentimeter Platz zwischen Regal, Couch und Schlagzeug aus. "Jetzt war der Boost gut", sagt Hannes nach dem Song. Nahtlos geht es mit einem Gitarren-Intro von Simon weiter. Die Musiker sind in ihrem Element. Matthias blickt konzentriert auf sein Schlagzeug, ganz versunken in der Musik.

Einen Bandleader gibt es nicht

Es wird wärmer im Raum, Hannes stehen die Schweißperlen auf der Stirn. Nach vier Songs gibt es eine kurze Pause. "Ich hab irgendwie ein Frosch im Hals", sagt Rebecca und greift zum Wasser. Zeit für eine kurze Debatte, wer der Chef ist – Ergebnis: keiner. "Bei uns gibt es keine Rechthaberei, wir spielen einfach unsere Songs", fasst Schlagzeuger Matthias zusammen. Später erzählt Rebecca, dass sie niemals Musik als ihren Hauptberuf haben möchte. Bruder Hannes meint zwar, dass es schon schön wäre, aber auch unrealistisch. "Dann hätte man den Druck, damit Geld zu verdienen", entgegnet Rebecca. Das einzige weibliche Bandmitglied hat klare Vorstellungen. Besonderen Druck wegen des Heimspiels beim Verschdedder Groove habe sie nicht. Hannes erklärt, dass es vielleicht schwierig sei, alle zu überzeugen. Für einige Zuhörer könne die Musik zu hart oder zu laut sein. "Wir spielen ja nicht, damit die Musik allen Leuten gefällt", sagt Rebecca.

Nach eineinhalb Stunden Probearbeit ist Zeit für eine Abkühlung. In dem kleinen Raum ist es immer wärmer und stickiger geworden. Danach geht es wieder rein – den letzten Schliff für den Gig am Samstag anlegen.

Konzert im Shamrock Irish Pup in Emmendingen am Samstag, 10. Juni, 20 Uhr.