Erfreuen, ermahnen, ermutigen

Annette Preuß

Von Annette Preuß

Di, 24. Juli 2018

Vörstetten

Der Vörstetter Chor Chorios singt in einem bemerkenswerten und bewegenden Konzert Lieder über schöne und schreckliche Dinge.

VÖRSTETTEN. Unter dem Motto "Imagine" (Stell’ dir vor) präsentierte der Chorios Chor Vörstetten Lieder, die einerseits von der Schönheit der Welt künden, sich andererseits um Leid und Unfrieden drehen und von den Möglichkeiten erzählen, die Welt zu verbessern. Gemeinsam mit elf Projektsängern und den Chorios-Männern gelang unter der Leitung von Hanna Roos ein eindrückliches Sommerkonzert. Die Begleitung am Klavier gestaltete Daniel Roos.

Der Konzertabend war in vier musikalische Blöcke gegliedert, bereichert durch drei Texte, die zwischen den Blöcken gelesen wurden. Textauswahl und Rezitation übernahm Resi Kusenberg.

"What a wonderful world": Der Titel des ersten Liedes war auch das Motto des ersten Liedblocks. Dieser erzählte "von unserer wunderschönen, vollkommenen Erde und dem Leben, das darauf eigentlich stattfinden könnte" (Hanna Roos). "Abend wird es wieder" nach einem Text von Hoffmann von Fallersleben gehörte ebenso zu diesem Block wie die "Perfekte Welle". Bereits im ersten Teil zeigte der Chor hohes musikalisches und gesangliches Niveau und die Fähigkeit, sich auf unterschiedliche Liedgattungen einlassen zu können.

"Wenn alle Gewinner sein wollen, wer verliert dann?" Der zweite Liedblock stellte als "Kriegs"-Block (Hanna Roos) die Gegenseite musikalisch dar und erinnerte daran, dass in weiten Teilen der Welt Unfrieden herrscht. Mit besinnlichen ("In stiller Nacht"), zarten ("Dona dona") und freudigen Stücken ("We are the Champions") überzeugte der Chor, am Klavier hervorragend von Daniel Roos begleitet, stimmlich wie auch durch das Engagement der Sängerinnen und Sänger.

Der dritte Liedblock handelte von der "Angst vor dem anderen, Angst davor, den Wohlstand zu teilen" (Hanna Roos). Auch wenn sich bei uns Krieg lediglich als Flüchtlingsströme bemerkbar mache, sollten wir uns Fremden öffnen.

Das klug zusammengestellte Repertoire umfasste "Imagine" (Solisten: Melanie Strauch, Christian Dahlke und Veronika Hacker), "Neue Brücken", das den Vorschlag macht, neue Wege in der Kommunikation zu wagen, und "Caravan of Love" (Solist: Bruno Meyer), das den Aufruf aufzustehen und sich besagter Bewegung anzuschließen vermittelt. Das Stück "Man in the mirror" (Solisten: Lena Schmidt und Moritz Henle) bildete einen rhythmisch bewegten Abschluss.

"Bitte um Frieden", lautete das Motto des letzten Konzertblocks. Dieser nahm Bekanntes auf wie den Kanon "Shalom chaverim", "Amazing grace" und "Let it be". Damit konnten die Zuhörer heimkehren in vertraute musikalische Welten, und manch einer dürfte heimlich mitgesummt haben. Die Stücke "Rest not" (Solisten: Lena Schmidt und Özgür Yenin-Kreft) und "Dona nobis Pacem" beendeten diesen eindrucksvollen Konzertabend.

Die Auswahl der anspruchsvollen und von Resi Kusenberg hervorragend gelesenen Texte, das sorgfältige Einstudieren der Lieder und das freudige Engagement aller Sängerinnen und Sänger ließen den Abend zu einem kleinen Gesamtkunstwerk werden.