Junge Musiker begeistern

Claudia Bachmann-Goronzy

Von Claudia Bachmann-Goronzy

Mo, 19. Juni 2017

Vörstetten

Dritter "Verschdedder Groove" am Samstagabend lockt Besucher in die Karl-Ritter-Halle.

VÖRSTETTEN. Zum dritten Mal hat der Verein Vörstetter Miteinander am Samstagabend zum "Verschdedder Groove" ins Foyer der Karl-Ritter-Halle eingeladen. Die jungen Künstler aus Vörstetten und der nahen Umgebung begeisterten ihr Publikum mit einem Konzert, das von Musical-Musik bis Rock fast alles bot.

Moritz Henle ist die Schlüsselfigur dieser Veranstaltung – oder vielleicht auch seine Mutter Gabriele Henle. Denn sie war es, die ihren Sohn vor mehr als drei Jahren dazu anstachelte, "mal etwas Schwung in das Dorf zu bringen". Gabriele Henle ist Gründungsmitglied des Vereins Vörstetter Miteinander, der 2014 aus dem Bürgerbeteiligungsprojekt Zukunftswerkstatt entstanden war.

Ursprungsgedanke war es, eine Veranstaltung für junge Leute und eine offen Bühne für Vörstetter Künstler zu bieten. Moritz Henle hatte sich bereits vor drei Jahren der Organisation dieser Veranstaltung angenommen, die sich nun zu einer jungen Tradition herausgebildet hat. Holger Lebender, Vorsitzender des Vereins Vörstetter Miteinander, versprach den Gästen in seiner Begrüßung einen musikalisch interessanten Abend. Und der wurde es denn auch.

Eröffnet wurde das Konzert vom Vörstetter Tobias Ziebold. Mit seiner mitreißenden Stimme nahm er das Publikum gleich ein. Ziebold ist professioneller Musical-Darsteller, weshalb er seinen Wohnsitz mittlerweile nach Berlin verlegt hat. Von dort brachte er seine Kollegin Ann-Christin Pape mit. Mit Einzelvorträgen wie auch Duetten, die von Riccardo Belvedere am Piano begleitet wurden, begeisterten beide Künstler mit Stimmgewalt und emotionalem Vortrag, so dass nach ihrem letzten Lied, ein Stück aus Bonnie und Clyde, bereits Zugabe-Rufe laut wurden.

Ann-Christin Pape und Tobias Ziebold, die bislang auf kleineren Bühnen ihr Können zum Besten gaben, fahren am Dienstag nach München zu ihrem ersten Casting bei Stage. Doch Lampenfieber hatten sie auch vor ihrem Auftritt in Vörstetten. "Ich bin ja mit fast allen, die hier sind, verwandt", sagte Tobias Ziebold schmunzelnd. Er war für diesen Auftritt gerne ohne Gage in sein Heimatdorf gekommen.

Mit "Between the lines" trat anschließend eine Coverband auf die Bühne, die auf Initiative des Denzlingers Nikolas Müller-Lancé vor gut einem halben Jahr gegründet worden war.

Veranstaltung soll die

Vörstetter zusammenbringen

Mit seinen beiden Freiburger Studienkollegen Tobias Preissler aus Eltville bei Wiesbaden und Joshua Wick aus Baden-Baden war er anlässlich einer Geburtstagsfeier in einem Lokal aufgetreten. Der Wirt war so begeistert, dass er sie direkt für ein Event in seinem Lokal engagierte. So kam eines zum anderen und mittlerweile hat die Band durchschnittlich zwei Auftritte pro Monat.

"Wir stecken quasi noch immer in den Vorbereitungen, um eine größere Bandbreite an Liedern anbieten zu können", erklärte Preissler, der sich um die Organisation der Gruppe kümmert. Deshalb blieb bislang auch keine Zeit für eigene Songs. Doch in Planung sei dies auch. Bei Liedern wie "Rock around the clock" wippten nicht nur die Füße der Gäste, bei einigen kam der ganze Körper im Rhythmus der Musik in Bewegung.

Nach der Pause betrat Organisator und Moderator Moritz Henle die Bühne, um auch selbst musikalisch mitzuwirken. Mit kräftiger Stimme trug er gefühlvoll und mitreißend zu den Klängen seiner Gitarre einige Lieder vor. Tobias Preissler begleitete ihn mit Rhythmus am Cajón. Für Moritz Henle ist die Musik nur ein Hobby – eines jedoch, für das er viel Zeit investiert und das ihn begeistert. Vor sechs Jahren habe er erstmals die alte Gitarre seines Vaters in die Hand genommen. Zwischendurch habe er auch etwas Unterricht genommen, doch das Meiste habe er sich selbst beigebracht. Seine Stimme trainiere Henle mit Hilfe und Unterstützung seiner Mutter. Seine einzigen Auftritte waren bislang beim "Verschdedder Groove". Doch ab diesem Sommer wird er auch gelegentlich bei "Between the lines" als Sänger aushelfen.

Rockig wurde es am Schluss mit der Vörstetter Band "Soundhaus", die zum ersten Mal dabei war. Während für einige Zuhörer diese Art von Musik wohl zu laut war, hatten andere ihren Spaß und tanzten zu den rockigen Rhythmen der fünfköpfigen Band. Der Lohn aller Künstler an diesem Abend war der Applaus – und den gab es reichlich vom Publikum.

Eintritt bezahlten die Gäste nicht. Wer mochte, konnte eine Spende geben. Die Kosten für den Abend, die unter anderem ein kleines Geschenk für die Künstler beinhalteten, wurden über die Bewirtung bestritten. Sollte dies nicht reichen, übernimmt der Verein die Auslagen. Denn die Veranstaltung soll die Vörstetter zusammenbringen. Auch im nächsten Jahr soll es den "Verschdedder Groove" wieder geben. Wie Moritz Henle erzählte, wünsche sich Bürgermeister Lars Brügner, der ebenfalls Gast des Abends war, für das nächste Jahr ein "Open Air Groove" auf dem neuen Rathausplatz. Ob dies umzusetzen sei, müsse man sehen, so Henle.