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18. Januar 2012
"Pole-Pole" auf "Gipfel der Freiheit"
Wie eine Vörstetter Hausfrau mit sportlich ehrgeizigem Ehemann den höchsten afrikanischen Berg erklimmt: das Ehepaar Nehls.
VÖRSTETTEN/ GUNDELFINGEN. Die Einen besteigen den Rosskopf, während andere das "Weiße Dach" von Afrika erklimmen. Zu diesen Anderen zählen der Vörstetter Extremsportler Michael Nehls und seine Ehefrau Sabine, die ihre Husarenwanderung auf den Kilimandscharo vergangenes Jahr per Filmkamera festgehalten hatten. Daraus haben sie nun den einzigartigen Dokumentarfilm "Gipfel der Freiheit" über unerwartete Warmherzigkeit und unerschütterlichen Willen erstellt, der am 25. Januar in der Gundelfinger Festhalle der Öffentlichkeit gezeigt wird.
Als "einen Traum, der nicht länger ein Traum bleiben durfte", bezeichnet Sabine Nehls die Besteigung des mit 5895 Metern höchsten Berges Afrikas. Die Idee zu dieser wahnwitzigen Unternehmung kam dem Ehepaar Nehls spontan beim gemeinsamen Fernsehschauen. Im Mittelpunkt des knapp ein Jahr später fertiggestellten Dokumentarfilms steht der Weg zum "Gipfel der Freiheit" der "untrainierten" Hausfrau und Pilates-Kursleiterin Sabine Nehls, die im Vergleich zu ihrem Mann Michael nicht zwei Mal in einem Wettkampf mit dem Rad quer durch die USA gehetzt ist. Drei Monate physische und mentale Vorbereitung durch das Besteigen des Hausbergs, den die Vörstetter von ihrem Wohnort sehen können, sollten reichen.Werbung
"Drei bis vier Mal pro Woche sind wir gemeinsam auf den Kandel gelaufen", erinnert sich Sabine Nehls. "Dazu haben wir noch mehrere Bücher und Filme zu Rate gezogen, um auf das Land Tansania, die Einheimischen und den Berg vorbereitet zu sein." Dennoch sei die entgegengebrachte Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Tansanier mehr als beeindruckend gewesen.
Auf insgesamt 72 Minuten wurde nun der Weg vom letzten Gesundheitscheck in Deutschland bis zur Heimreise zusammengefasst.
Gerade das Filmen mit der eigenen Handkamera durch Michael Nehls lässt den Zuschauer mehr als nur hautnah dabei sein. Das Publikum steigt an der Seite von Sabine und Michael Nehls geradezu mit auf die ehemalige "Kaiser-Wilhelm-Spitze". Mit einer Hintergrundmusik, die teilweise an den "König der Löwen" erinnert, ist auf der Authentizitätsskala kein Platz mehr nach oben. "Pole-Pole", in Suaheli das Wort für "langsam", führt das visuelle Reisetagebuch Schritt für Schritt durch den tropischen Regenwald und faszinierende Gletscherlandschaften hinauf zum "Uhuru-Peak – dem Gipfel der Freiheit". Nicht ganz freiwillig aber dafür umso wirkungsvoller erfährt der Dokumentarfilm nicht nur beim Aufstieg Dramatik und Spannung. Wie bei einem guten Wein wird somit auch der Abgang zu einem Vergnügen mit dramatischen Wendungen, die kein Drehbuch besser hätte schreiben können.
Auf die faule Haut wird sich Michael Nehls aber in nächster Zukunft nicht legen, steht ein weiteres Großprojekt doch schon bevor. "Mitte Juni werde ich an der Qualifikation zum Ironman auf Hawaii in Regensburg teilnehmen", erzählt die 49-jährige Sportskanone. Drei Startplätze sind dort für die 250 Teilnehmer zu vergeben. Zu verlieren hat Nehls jedenfalls nichts, "schließlich traut es mir sowieso keiner zu."
Autor: Roman Kiener
