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15. Juni 2010 17:48 Uhr

Ambitionierter Neubau

Architekturpreis für Bickensohler Weingut

Jubel, Trubel, Auszeichnung: Mit viel Aufwand und Einsatz hatten Holger Koch und seine Frau Gabriele Engesser ihrem gleichnamigen Weingut in Bickensohl einen ambitionierten Neubau beschert.

  1. Ausgezeichnete Bauherren: Holger Koch, Gabriele Engesser und Tochter Klara vor ihrem Weingut Foto: Herbert Trogus

VOGTSBURG-BICKENSOHL (BZ/tok). Jetzt erfuhr dieser Neubau, den 2009 erstmals ein kompletter Weinjahrgang durchlaufen hat, eine hohe Auszeichnung. Jüngst wurde ihm der "Architekturpreis Wein" verliehen.

Seit dem Vorjahr wird dieser Architekturpreis bundesweit vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Wein sowie vom Deutschen Weinbauverband und der Architektenkammer Rheinland-Pfalz ausgelobt. Insgesamt gingen 56 Bewerbungen ein, von denen fünf einen gleichrangigen Preis erzielten. Einer davon ging an das Freiburger Architekturbüro Sacker, das zusammen mit den Landschaftsarchitekten Henne und Korn für den Neubau des Weingutes Holger Koch verantwortlich zeichnet. Als einziges Gut im Anbaugebiet Baden wurden die Bickensohler ausgezeichnet.

Die hochrangig besetzte Jury lobte besonders die für den Weinbaubetrieb wichtige Funktionalität der Betriebsabläufe, die Materialwahl und die Form des Gebäudes: "Mit seinem Volumen und dem Satteldach an der umgebenden Bebauung orientiert, gibt sich der Neubau des Weingutes Koch trotzdem zeitgenössisch." Im schlanken, lang gezogenen, zweigeschossigen Baukörper wurde das untere Geschoss zur natürlichen Temperierung, dem Geländeverlauf folgend, weitgehend in den Hang eingegraben. Die Weinverarbeitung und das Lager sind hier untergebracht. Die im unteren Bereich ansonsten geschlossene Fassade öffnet sich talseitig lediglich mit dem Verkaufsraum. Im Geschoss darüber findet die Betriebsleiterwohnung ihren Platz. Ihr zugeordnet ist eine großzügige, zweiseitig umlaufende Terrasse, die über eine Freitreppe erschlossen wird.

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Holger Koch und Gabriele Engesser als Bauherrn hatten das Weingut als Neugründung 1999 aus einem traubenabliefernden Genossenschaftsbetrieb heraus zu einer eigenen Stilistik entwickelt und bewirtschaften als Familienbetrieb eine Fläche von sieben Hektar. Der Rebsortenspiegel besteht zu etwa 40 Prozent aus Pinot Noir, Grauburgunder (32 Prozent) und Weißburgunder (25 Prozent). "Grundlage unseres Weinguts", sagt Holger Koch, "ist das Bemühen um prägnanten Weinspezialitäten - wir konzentrieren uns ausschließlich auf trockene Burgunder."

Angestrebt werden im Weingut Koch "feine, elegante, unaufdringliche und nachhaltige" Weine mit "einer gradlinigen Stilistik". Diese Vorgaben sollten auch im Neubau des Gebäudes ihren Ausdruck finden. "Die Aufgabe, die Vorgaben eines weinverarbeitenden Betriebs mit seinen typischen Betriebsabläufen umzusetzen, das Gebäude aber auch mit einer klaren Außenform in die Landschaftstypik des Kaiserstuhls einzupassen, hat uns sehr gereizt", freut sich Detlef Sacker (BDA) über die Auszeichnung.

"Das Spannende bei den von uns umgesetzten Projekten ist es immer, für die jeweilige Bauaufgabe eine danach als selbstverständlich und ideal angesehene Lösung anzustreben", führt Sacker aus, der sein Büro 1992 gegründet hat und vor allem im Bäderbereich (Radon-Vitalbad in Menzenschwand, Erweiterung Eugen-Keidel-Bad Freiburg) und Messebereich (Messe Freiburg) tätig ist.

Autor: bz