Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

15. November 2017

Auf die richtige Dosis kommt es an

Der Mediziner Dr. Erwin Grom informierte in einem Vortrag in Burkheim, warum maßvoller Weingenuss gesundheitsfördernd ist.

  1. Ein bis zwei Gläser Wein reduzieren laut Dr. Grom die Gefahr, einen Schlaganfall zu bekommen. Foto: DPA

  2. Dr. Erwin Grom Foto: Trogus

VOGTSBURG-BURKHEIM. "Wein von Herzen gerne" – war der Titel des Vortrags, den Dr. Erwin Grom, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Sportmedizin, im Saal der Burkheimer Winzer hielt. Eingeladen zu der Veranstaltung hatte Sylvia Schreiber, Vorsitzende der VdK-Ortsgruppe Burkheim. Vor zahlreichen Zuhörern widerlegte der frühere Chefarzt des Bischoffinger Krankenhauses die These, dass Wein und Bier generell schädlich und ungesund seien.

Daneben veranschaulichte der Mediziner die Probleme des Alkoholkonsums in Deutschland, aber eben auch, dass Wein und Gesundheit durchaus zusammenpassen können. Wein sei unter den Getränken das Nützlichste, unter den Arzneien das Schmackhafteste und unter den Nahrungsmitteln das Angenehmste, zitierte der Arzt den griechischen Philosophen Plutarch von Chäronea (50 bis 120 nach Christus). Alkohol sei nicht generell schädlich und ungesund, "es kommt auf die Dosis an", betonte Dr. Grom. Er verwies darauf, dass Wein schon in frühester Zeit als Fieber hemmendes Mittel und bei Schwermut eingesetzt worden sei. Auch Cäsar habe seinen Soldaten Wein ins Wasser gegeben, um sie vor Durchfallerkrankungen durch verseuchtes Wasser zu schützen.

Werbung


"Wein ist ein Nahrungs- und ein anerkanntes Genussmittel, Wein gibt Lebensfreude, aber er ist auch ein Gift, dessen Wirkung sich bei akuter oder chronischer Überdosierung zeigt", erklärte der Arzt. Zwischen gesundheitsfördernd und -schädigend liege nur ein schmaler Grad. Der Begriff Alkohol bedeute übersetzt etwas Feines. Alkoholismus dagegen sei eine Suchterkrankung. Häufigste Symptome der Alkoholsucht sind Kontrollverlust und das körperliche Entzugssyndrom. Exzessiver Alkoholismus führt zu Krankheiten, zudem vernachlässige der Süchtige seine Interessen. Schon Apostel Paulus schrieb an die Epheser: "Berauscht euch nicht, denn das macht zügellos, sondern lasst euch vom Geist erfüllen."

Moderater Weingenuss hingegen könne die Risiken für Herzinfarkt und das Erkranken an Demenz verringern, Wein könne auch positiv auf Patienten mit Diabetes einwirken, informierte Grom. Die Gefahr für Schlaganfälle werde reduziert. Eine ähnliche Wirkung soll auch Bier haben, aber ebenfalls nur bei moderatem Genuss. Als Vergleichswert gelten etwa ein bis zwei Gläser Wein am Tag. Bei einem zu großen Alkoholkonsum werde die Gesundheit hingegen stark gefährdet. Für die Herzgesundheit sei aber auch viel Sport wichtig.

Gert Schmidt, Geschäftsführer der Burkheimer Winzer, dankte dem Referenten. Dankesworte gab es auch von Sylvia Schreiber, der VdK-Vorsitzenden, für das informative Referat. Im Rahmen des Vortrages wurden den Besuchern drei Weine ausgeschenkt, die der WG-Geschäftsführer vorstellte – darunter den in Wien mit Gold ausgezeichneten 2015er Feuerberg Spätburgunder "Vini Grande" QbA trocken.

Autor: Herbert Trogus